AGRANA Jahresbericht 2008|09
  • AGRANA im Überblick
  • Konzernlagebericht
  • Konzernabschluss
  • Jahresabschluss

8.1. ANLAGE- UND KREDITGESCHÄFTE (ORIGINÄRE FINANZINSTRUMENTE)

Zur Deckung des Gesamtfinanzierungsbedarfs im AGRANA-Konzern stehen neben der Innenfinanzierungskraft Anleihen, syndizierte Kreditlinien und bilaterale Bankkreditlinien zur Verfügung.

Die Finanzinstrumente werden in der Regel zentral beschafft und konzernweit verteilt. Eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes, die Sicherstellung der Kreditwürdigkeit des Konzerns sowie der Liquidität sind die wichtigsten Ziele der Finanzierung.

In der AGRANA-Gruppe werden zur Steuerung der saisonal schwankenden Liquiditätsströme im Rahmen des täglichen Finanzmanagements sowohl marktübliche Anlagegeschäfte (Tages- und Termingeld sowie Wertpapierveranlagungen) getätigt als auch Finanzierungen durch Tages- und Termingeldaufnahmen sowie Festzinsdarlehen durchgeführt.

 

Durchschnittlicher
Effektivzinssatz
Stand
28.02.2009
davon Restlaufzeit Stand
29.02.2008
davon Restlaufzeit
bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
2008|09 2007|08
in % in % in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€
Fixer Zinssatz
EUR 2,85 2,43 246.874 64.211 180.491 2.172 229.295 2.711 222.532 4.052
CSD 0,00 6,88 0 0 0 0 290 105 185 0
2,85 2,44 246.874 64.211 180.491 2.172 229.585 2.816 222.717 4.052
Variabler Zinssatz
EUR 2,66 4,70 283.205 217.035 66.170 0 265.378 205.626 59.752 0
CZK 0,00 4,06 0 0 0 0 5.531 5.531 0 0
DKK 0,00 5,25 0 0 0 0 4.159 4.159 0 0
HUF 9,89 7,51 42.059 41.394 665 0 60.913 60.913 0 0
CNY 5,49 6,72 17.923 17.923 0 0 6.953 6.953 0 0
PLN 5,12 5,88 3.446 3.446 0 0 66.150 66.150 0 0
SKK 0,00 4,14 0 0 0 0 4.270 4.270 0 0
USD 1,65 5,38 42.228 42.228 0 0 14.234 13.539 695 0
Sonstige 0,00 0,00 6 6 0 0 9 6 3 0
3,48 5,33 388.867 322.032 66.835 0 427.597 367.147 60.450 0
Summe 3,24 4,32 635.741 386.243 247.326 2.172 657.182 369.963 283.167 4.052

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betrugen 635.741 (Vorjahr 657.182) t€ und waren durchschnittlich mit 3,24 % (Vorjahr 4,32 %) verzinst. Sie werden mit ihrem Rückzahlungsbetrag bewertet. Bei Verbindlichkeiten in Fremdwährungen werden die Nominalwerte zu dem am Bilanzstichtag geltenden Wechselkurs in Euro umgerechnet, so dass sich – entsprechend der Wechselkursentwicklung – positiv oder negativ abweichende Marktwerte ergeben können.

Festverzinslich waren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit einem Volumen von 246.874 (Vorjahr 229.585) t€, diese entsprachen einem Marktwert von 246.614 t€. Bei den variabel verzinslichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten entsprechen die Marktwerte den Buchwerten. Am Bilanzstichtag waren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 2.968 (Vorjahr 4.521) t€ durch Grundpfandrechte bzw. in Höhe von 21.202 (Vorjahr 45.394) t€ durch sonstige Pfandrechte gesichert.

Im Rahmen des täglichen Finanzmanagements werden Anlagegeschäfte (marktübliche Tages-, Termingelder) getätigt. Gegenüber dem Vorjahr verzeichneten die flüssigen Mittel einen Rückgang um 11.302 t€ auf 75.458 t€. Daneben werden Wertpapiere von insgesamt 5.830 (Vorjahr 4.314) t€ kurzfristig gehalten, die jederzeit veräußerbar sind.

8.2. DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE

Die AGRANA-Gruppe setzt zur Absicherung von Risiken aus operativer Geschäfts- und Finanzierungstätigkeit (Änderung von Zinssätzen, Wechselkursen und Rohstoffpreisen) in begrenztem Umfang derivative Finanzinstrumente ein. Dabei sichert sich AGRANA im Wesentlichen gegen folgende Risiken ab:

  • Zinsänderungsrisiken bei Geldmarktzinsen, die sich im Wesentlichen aus kampagnetypischen Liquiditätsschwankungen oder bestehenden bzw. geplanten variabel verzinslichen Kreditaufnahmen ergeben.
  • Währungsrisiken, die sich im Wesentlichen aus Warenkäufen und -verkäufen in US-Dollar und osteuropäischen Währungen sowie Finanzierungen in Fremdwährungen ergeben können.
  • Rohstoffpreisrisiken ergeben sich insbesondere aus Änderungen des Zuckerweltmarktpreises, der Energie- und Getreidepreise.

Dabei werden ausschließlich marktübliche Instrumente mit einer ausreichenden Marktliquidität wie Zinsswaps, Zinsoptionen, Caps, Devisentermingeschäfte, Devisenoptionen oder Rohstoff -Futures verwendet. Der Einsatz dieser Instrumente wird im Rahmen des Risikomanagementsystems durch Konzernrichtlinien geregelt, die den spekulativen Einsatz derivativer Finanzinstrumente ausschließen, grundgeschäftsorientierte Limite zuweisen, Genehmigungsverfahren definieren, Kreditrisiken minimieren, das interne Meldewesen sowie die Funktionstrennung regeln. Die Einhaltung dieser Richtlinien und die ordnungsgemäße Abwicklung und Bewertung der Geschäfte werden regelmäßig durch eine interne neutrale Stelle unter Wahrung der Funktionstrennung überprüft.

Die Referenz- und Marktwerte der derivativen Finanzinstrumente innerhalb der AGRANA-Gruppe stellen sich wie folgt dar:

 

Referenzwert Marktwert
in t€ 28.02.2009 29.02.2008 28.02.2009 29.02.2008
Kauf USD 8.178 20.501 1.241 -534
Verkauf USD 1.849 28.083 16 293
Kauf AUD 1.240 4.675 -14 48
Kauf CZK 11.627 5.493 -953 86
Kauf HUF 71.011 27.000 -6.716 -666
Verkauf HUF 8.284 0 637 0
Kauf PLN 29.466 0 -6.551 0
Verkauf GBP 1.146 0 -28 0
Verkauf RON 1.000 0 -8 0
Sonstige 355 0 51 -37
Währungsderivate 134.156 85.752 -12.325 -810
Zinsderivate 70.000 61.000 -364 -1.513
Rohstoffderivate (Hedge-Accounting) 2.210 14.923 718 2.279
Summe 206.366 161.675 -11.971 -44

Die Währungs- und Rohstoffderivate sichern Zahlungsströme bis zu einem Jahr und die Zinsderivate von einem bis zu fünf Jahren.

Als Referenzwert der derivativen Sicherungsgeschäfte bezeichnet man die rechnerische Höhe aller Hedges umgerechnet in die Konzernwährung Euro.

Der Marktwert entspricht dem Betrag, den die AGRANA-Gruppe zum Bilanzstichtag bei unterstellter Auflösung des Sicherungsgeschäfts zu bezahlen oder zu bekommen hätte. Da es sich bei den Sicherungsgeschäften nur um marktübliche, handelbare Finanzinstrumente handelt, wird der Marktwert anhand von Marktnotierungen ohne Verrechnung mit etwaigen gegenläufigen Wertentwicklungen aus zugrunde liegenden Grundgeschäften ermittelt.

Wertänderungen von Derivatgeschäften, die zur Absicherung zukünftiger Zahlungsströme durchgeführt wurden (Cashflow Hedges), sind zunächst erfolgsneutral im Eigenkapital und erst bei Realisierung des Zahlungsstroms erfolgswirksam zu erfassen. Ihr Marktwert zum 28. Februar 2009 beträgt –7.622 (Vorjahr 2.279) t€.

Die Wertänderungen der Geschäfte, für die kein Cashflow Hedge Accounting erfolgt, werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Absicherungen erfolgten sowohl zur Absicherung von Verkaufserlösen und Materialbeschaffung im Rahmen der Juiceaktivitäten als auch zur Absicherung von Verkaufskontrakten im Zuckersegment. Zum Teil wurde für die angeführten Geschäfte fair value Hedge Accounting nach IAS 39 angewendet. Die Wertschwankungen dieser Sicherungsgeschäfte werden durch die Wertschwankungen der gesicherten Geschäfte ausgeglichen.

8.3. ZUSÄTZLICHE ANGABEN ZU DEN FINANZINSTRUMENTEN

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumenten
Die nachstehende Tabelle stellt die Buch- und beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten dar. Der beizulegende Zeitwert eines Finanzinstruments ist der Betrag, zu dem zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern ein Vermögenswert getauscht oder eine Schuld beglichen wird.

 

28.02.2009 29.02.2008
Bewertungskategorie
nach IAS 39
Buchwert Beizulegender
Zeitwert
Buchwert Beizulegender
Zeitwert
in t€ in t€ in t€ in t€
Finanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere
(langfristig gehalten)
Zur Veräußerung verfügbare
finanzielle Vermögenswerte (zu Anschaffungskosten)
85.000 85.000 0 0
Wertpapiere
(langfristig gehalten)
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 19.492 19.492 18.657 18.657
Wertpapiere
(langfristig gehalten)
104.492 104.492 18.657 18.657
Beteiligungen Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 343 343 90.816 90.816
Beteiligungen Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (zu Anschaffungskosten) 1.523 1.523 1.618 1.618
Langfristige Ausleihungen Kredite und Forderungen 633 633 418 418
Beteiligungen und
Ausleihungen
(langfristig gehalten)
2.499 2.499 92.852 92.852
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Kredite und Forderungen 206.785 206.785 248.707 248.707
Sonstige Forderungen1 Kredite und Forderungen 72.085 72.085 87.651 87.651
Derivative finanzielle Vermögenswerte Derivate erfolgsneutral zum beizulegendem Zeitwert 718 718 2.278 2.278
Derivative finanzielle Vermögenswerte Derivate erfolgswirksam zum beizulegendem Zeitwert 1.890 1.890 190 190
Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen
und sonstige Vermögenswerte
281.478 281.478 338.826 338.826
in t€ in t€ in t€ in t€
Wertpapiere
(kurzfristig gehalten)
Zur Veräußerung verfügbare
finanzielle Vermögenswerte
0 0 0 0
Wertpapiere
(kurzfristig gehalten)
Erfolgswirksam zum bei-
zulegenden Zeitwert bilanzierte
finanzielle Vermögenswerte
(zu Handelszwecken gehalten)
5.830 5.830 4.314 4.314
Wertpapiere
(kurzfristig gehalten)
5.830 5.830 4.314 4.314
Flüssige Mittel Kredite und Forderungen 75.458 75.458 86.760 86.760
Summe 469.757 469.757 541.409 541.409
Finanzielle Verbindlichkeiten        
Anleihen Zu (fortgeführten)
Anschaffungskosten
gehaltene Verbindlichkeiten
20.000 20.000 20.000 20.000
Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten
Zu (fortgeführten)
Anschaffungskosten
gehaltene Verbindlichkeiten
635.742 635.482 657.182 657.182
Finanzierungsleasing - 154 154 220 220
Finanzverbindlichkeiten 655.896 655.636 677.402 677.402
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
Zu (fortgeführten)
Anschaffungskosten
gehaltene Verbindlichkeiten
225.963 225.963 204.465 204.465
Verbindlichkeiten aus der
Restrukturierungsabgabe
Zu (fortgeführten)
Anschaffungskosten
gehaltene Verbindlichkeiten
69.652 69.652 105.358 105.358
Verbindlichkeiten
aus dem Erwerb
der Zusatzquote
Zu (fortgeführten)
Anschaffungskosten
gehaltene Verbindlichkeiten
0 0 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten2 Zu (fortgeführten)
Anschaffungskosten
gehaltene Verbindlichkeiten
59.056 59.056 113.009 113.009
Verbindlichkeiten
aus derivativen
Finanzinstrumenten
Derivate erfolgswirksam
mit beizulegendem Zeitwert
14.580 14.580 2.424 2.424
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten
369.251 369.251 425.256 425.256
Summe 1.025.147 1.024.887 1.102.658 1.102.658

 

 

1Ohne sonstige Steuerforderungen, positive Marktwerte von Derivaten, geleistete Anzahlungen und Abgrenzungen, die zu keinem Zahlungszufluss führen.

2Ohne Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern, im Rahmen der sozialen Sicherheit, negative Marktwerte von Derivaten,

erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen sowie Abgrenzungen.

 

 

28.02.2009 29.02.2008
Buchwert Beizulegender
Zeitwert
Buchwert Beizulegender
Zeitwert
in t€ in t€ in t€ in t€
Summe je Bewertungs-
kategorie nach IAS 39
Zur Veräußerung verfügbare
finanzielle Vemögenswerte
19.835 19.835 109.473 109.473
Zur Veräußerung verfügbare
finanzielle Vemögenswerte
(zu Anschaffungskosten)
86.523 86.523 1.618 1.618
Erfolgswirksam zum beizu-
legenden Zeitwert bilanzierte
finanzielle Vermögenswerte
(zu Handelszwecken gehalten)
5.830 5.830 4.314 4.314
Kredite und Forderungen 354.961 354.961 423.536 423.536
Zu fortgeführten
Anschaffungskosten
gehaltene Verbindlichkeiten
-1.010.413 -1.010.153 -1.100.014 -1.100.014
Derivate erfolgsneutral
mit beizulegendem Zeitwert
718 718 2.279 2.279
Derivate erfolgswirksam
mit beizulegendem Zeitwert
-12.690 -12.690 -2.234 -2.234

Die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente wurden auf Basis der am Bilanzstichtag zur Verfügung stehenden Marktinformationen und anhand der nachfolgend dargestellten Methoden und Prämissen ermittelt.

Die Beteiligungen des langfristigen Vermögens und die Wertpapiere des lang- und kurzfristigen Vermögens enthalten zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere (available for sale). Diese werden zu Marktwerten bewertet, die den Börsenkursen zum Bilanzstichtag entsprechen.

Bei Wertpapieren des kurzfristigen Vermögens, die für Handelszwecke gehalten werden (trading), erfolgt die Bewertung ebenfalls zu Marktwerten, die den Börsenkursen zum Bilanzstichtag entsprechen.

Sonstige Beteiligungen und die Wertpapiere, für die keine beizulegenden Zeitwerte bestimmt werden konnten, da Markt- oder Börsenwerte aufgrund fehlender aktiver Märkte nicht vorhanden waren, wurden zu Anschaffungskosten (at cost) bewertet. Hierbei handelt es sich vor allem um nicht börsennotierte Gesellschaften, bei denen infolge nicht zuverlässig bestimmbarer Cashflows auf eine Anteilsbewertung durch Abzinsung künftig erwarteter Cashflows verzichtet wurde. Bei diesen Anteilen wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen.

Da die langfristigen Ausleihungen variabel verzinst sind, entspricht der Buchwert im Wesentlichen dem Marktwert.

Aufgrund der kurzfristigen Laufzeiten der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, der sonstigen Forderungen sowie der Zahlungsmittel wird unterstellt, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen.

Die positiven und negativen Marktwerte aus Zins-, Währungs- und Rohstoffderivaten betreffen sowohl fair value- als auch Cashflow Hedges. Im Fall der Zinssicherungsgeschäfte wurden die Marktwerte auf Basis diskontierter, künftig erwarteter Cashflows ermittelt. Die Bewertung der Devisentermingeschäfte erfolgt auf der Grundlage von Referenzkursen unter der Berücksichtigung von Terminauf- bzw. -abschlägen.

Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, aus der Restrukturierungsabgabe, dem Erwerb der Zusatzquote sowie den kurzfristigen sonstigen Verbindlichkeiten wird angenommen, dass aufgrund der kurzen Laufzeiten die beizulegenden Zeitwerte den ausgewiesenen Buchwerten entsprechen.

Die langfristigen sonstigen Verbindlichkeiten werden generell mit ihren Barwerten bilanziert. Entsprechend wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen.

Die Finanzinstrumente wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung mit folgenden Nettoergebnissen je Bewertungskategorie erfasst:

8.4. RISIKOMANAGEMENT IN DER AGRANA-GRUPPE

Die AGRANA-Gruppe unterliegt Marktpreisrisiken durch Veränderung von Wechselkursen, Zinssätzen und Aktienkursen. Auf der Beschaffungsseite bestehen Commodity-Preis-Risiken im Wesentlichen in Form von Energiekosten im Rahmen der Zuckererzeugung und von Weizen- und Maiskosten im Rahmen der Bioethanolproduktion. Darüber hinaus unterliegt der Konzern Kreditrisiken, die insbesondere aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen resultieren.

AGRANA setzt ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifischen Risiken ein. Der erfolgreiche Umgang mit Risiken wird von der Zielsetzung geleitet, eine ausgewogene Balance von Ertrag und Risiko zu erreichen. Die Risikokultur des Unternehmens ist gekennzeichnet durch risikobewusstes Verhalten, klare Verantwortlichkeiten, Unabhängigkeit im Risikocontrolling sowie durch die Implementierung interner Kontrollen.

AGRANA begreift einen verantwortungsvollen Umgang mit unternehmerischen Risiken und Chancen als wichtigen Bestandteil einer nachhaltigen, wertorientierten Unternehmensführung. Das Risikomanagement ist daher integrales Element der gesamten Planungs-, Steuerungs- und Berichterstattungsprozesse und wird durch den Vorstand vorgegeben. Die Mutter- und alle Tochtergesellschaften setzen Risikomanagementsysteme ein, die auf das jeweils spezifische operative Geschäft zugeschnitten sind. Sie zielen auf die systematische Identifikation, Bewertung, Kontrolle und Dokumentation von Risiken ab.

Das Risikomanagement der AGRANA-Gruppe basiert auf dem Risikocontrolling auf operativer Ebene, auf einem strategischen Beteiligungscontrolling und einem internen Überwachungssystem, das durch die Konzernrevision wahrgenommen wird.

Ergänzend hierzu werden Entwicklungstendenzen, die für die AGRANA-Gruppe bestandsgefährdenden Charakter entfalten könnten, bereits frühzeitig identifiziert, analysiert und im Rahmen des Risikomanagements fortlaufend neu bewertet.

Kreditrisiko
Das Kreditrisiko stellt die Gefahr eines ökonomischen Verlustes dar, weil ein Kontrahent seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt. Bestandteile des Kreditrisikos sind sowohl das Risiko der Verschlechterung der Bonität als auch das unmittelbare Ausfallrisiko.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der AGRANA-Gruppe bestehen überwiegend gegenüber der Lebensmittelindustrie, der chemischen Industrie sowie dem Einzelhandel. Das Kreditrisiko bezüglich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird auf Basis von internen Richtlinien gesteuert. So werden Neukunden generell einer Bonitätsprüfung unterzogen. Daneben kommen Warenkreditversicherungen sowie Kreditsicherheiten wie Bankbürgschaften zum Einsatz.

Für das verbleibende Restrisiko der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden Wertberichtigungen angesetzt. Die maximale Risikoposition aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht dem Buchwert dieser Forderungen. Die Buchwerte der überfälligen sowie der wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind unter Punkt 7.5. des Anhangs angegeben.

Das maximale Kreditrisiko der Beteiligungen, Ausleihungen und sonstigen Forderungen entspricht dem Buchwert dieser Instrumente und ist nach Einschätzung durch AGRANA von untergeordneter Bedeutung.

Liquiditätsrisiko
Das Liquiditätsrisiko beschreibt die Gefahr, dass ein Unternehmen seine finanziellen Verpflichtungen nicht fristgerecht bzw. nicht in ausreichendem Maß bedienen kann.

Die AGRANA-Gruppe generiert Liquidität durch das operative Geschäft sowie durch externe Finanzierungen. Die Mittel dienen der Finanzierung von Working Capital, Investitionen und Akquisitionen.

Um die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität der Gruppe sicherzustellen, wird eine Liquiditätsreserve in Form von Kreditlinien und, sofern erforderlich, in Form von Barmitteln vorgehalten.

Zur Steuerung der saisonal schwankenden Liquiditätsströme werden kurz- als auch langfristige Finanzierungen im Rahmen des täglichen Finanzmanagements durchgeführt.

Die nachstehende Fälligkeitsübersicht zeigt, wie die Cashflows der Verbindlichkeiten per 28. Februar 2009 die Liquiditätssituation des Konzerns beeinflussen. Sämtliche Zahlungsabflüsse sind undiskontiert.

Die undiskontierten Zahlungsabflüsse unterliegen der Bedingung, dass die Tilgung von Verbindlichkeiten auf den frühesten Fälligkeitstermin bezogen ist. Die Ermittlung von Zinsauszahlungen von Finanzinstrumenten mit variabler Verzinsung erfolgt auf Basis der zuletzt gültigen Zinssätze.

Währungsrisiken
Infolge der weltweiten Ausrichtung des AGRANA-Konzerns sind sowohl das operative Geschäft als auch das Finanzergebnis und die Zahlungsströme mit Risiken aus Wechselkursschwankungen behaftet. Die wesentlichen Fremdwährungsrelationen sind im Verhältnis zum Euro der US-Dollar, ungarischer Forint, polnischer Zloty, rumänischer Leu, russischer Rubel sowie ukrainischer Hrivna.

Der AGRANA-Konzern hat finanzielle Forderungen bzw. Verbindlichkeiten in fremden Währungen, die bis zu ihrer Erfüllung noch dem Risiko der Abwertung bzw. Aufwertung unterliegen.

Finanzverbindlichkeiten, die einem Währungsrisiko ausgesetzt sind, da deren lokale Währung von der Vertragswährung abweicht, betragen 152.175 t€.

Das wesentliche Wechselkursrisiko entsteht im operativen Geschäft, wenn Umsatzerlöse in einer von den zugehörigen Kosten abweichenden Währung anfallen.

Dem Segment Zucker zugehörige Konzerngesellschaften mit Sitz in Mitgliedsländern der Europäischen Union, deren Landeswährung nicht der Euro ist, unterliegen einem Wechselkursrisiko aus der Zuckermarktordnung zwischen dem Euro und ihrer jeweiligen Landeswährung, da die Rübenpreise für die jeweilige Kampagne EU-weit in Euro festgelegt werden. Die Tochtergesellschaften in Rumänien und Bosnien unterliegen eigenen Währungsrisiken durch den Rohzuckereinkauf in US-Dollar.

Im Segment Stärke ergeben sich derzeit Fremdwährungsrisiken aus Finanzierungen, die nicht in der Landeswährung durchgeführt werden.

Im Segment Frucht ergeben sich Risiken aus Wechselkursen, wenn Umsatzerlöse und Materialeinkauf auf Fremdwährungen und nicht auf Landeswährung lauten. Darüber hinaus ergeben sich Risiken aus Finanzierungen, die nicht der Landeswährung entsprechen.

Zur Absicherung der Risiken setzt der AGRANA-Konzern als aktives Sicherungsinstrument hauptsächlich Devisentermingeschäfte ein. Mit diesen wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr die Umsatzerlöse, Einkaufsverpflichtungen sowie Fremdwährungsfinanzierungen in Höhe von brutto 423.035 t€ gegen Kursschwankungen gesichert. Im Wesentlichen bestanden Sicherungen für den ungarischen Forint in Höhe von 95.377 (Vorjahr 20.448) t€ [24.186.638 (Vorjahr 5.069.560) tHUF], für den US-Dollar von 74.210 (Vorjahr 47.806) t€ [109.887 (Vorjahr 67.885) tUSD], für die tschechische Krone von 12.207 (Vorjahr 3.586) t€ [304.275 (Vorjahr 101.399) tCZK], den rumänischen Leu in Höhe von 126.928 (Vorjahr 48.040) t€ [311.658 (Vorjahr 156.243) tRON].

Der Bestand an externen Finanzanlagen und -verbindlichkeiten in Fremdwährungen ist in der AGRANA-Gruppe insgesamt von untergeordneter Bedeutung.

Im Rahmen der Sensitivitätsanalyse werden die Änderungen von Währungsparitäten auf Konzernergebnis und Eigenkapital simuliert. Dabei werden die maßgeblichen Positionen Umsatzerlöse, Materialaufwand und Fremdwährungsfinanzierungen herangezogen und unter Anwendung eines Stresstests bewertet. In der gewählten Methode wurde von einer Aufwertung des Euro ausgegangen, um das latent vorhandene Risiko darzustellen. Wenn demzufolge der Euro gegenüber nachstehenden Währungen während des Geschäftsjahres 2008|09 um 10 % aufgewertet gewesen wäre, wäre das Konzernergebnis bzw. das Eigenkapital um 13.699 (Vorjahr 6.585) t€ niedriger. Die möglichen Auswirkungen der übrigen im AGRANA-Konzern vorhandenen Währungsrelationen sind sowohl einzeln als auch in Summe von untergeordneter Bedeutung.

Zinsrisiken
Die AGRANA-Gruppe unterliegt Zinsrisiken hauptsächlich in der Euro-Zone.

Zinsänderungsrisiken werden gemäß IFRS 7 mittels Sensitivitätsanalysen dargestellt. Diese stellen die Auswirkungen von Änderungen der Marktzinssätze auf Zinszahlungen, Zinserträge und -aufwendungen sowie gegebenenfalls auf das Eigenkapital dar. Den Zinssensitivitätsanalysen lagen die folgenden Prämissen zugrunde:

Marktzinssatzänderungen von originären Finanzinstrumenten mit fester Verzinsung wirken sich nur dann auf das Zinsergebnis aus, wenn diese mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet sind. Demnach unterliegen alle zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumente keinen Zinsänderungsrisiken im Sinne von IFRS 7.

Demzufolge unterliegen die variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten dem Risiko von Zinsänderungen. Zur Absicherung hiergegen wurden für einen Teil der Finanzverbindlichkeiten Zinsswaps abgeschlossen und eine fixe Verzinsung erreicht. Für die verbleibenden Finanzverbindlichkeiten mit variabler Verzinsung wäre bei einer Erhöhung (Verminderung) des Marktzinsniveaus zum 28. Februar 2009 um 100 Basispunkte das Ergebnis um 3.589 (Vorjahr 4.276) t€ geringer (höher) gewesen. Die hypothetische Ergebnisauswirkung ergibt sich aus originären, variabel verzinslichen Finanzschulden von 388.867 (Vorjahr 427.596) t€.

Commodity-Preis-Risiken
Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit ist AGRANA einem Marktpreisrisiko aus dem Bezug von Rohstoffen ausgesetzt. Im Rahmen der Herstellung von Bioethanol sind die bei weitem größten Kostenfaktoren die benötigten Rohstoffe Mais und Weizen, im Segment Zucker wird der Bezug von Rohzucker schlagend.

Zum Bilanzstichtag bestanden Rohstoffderivate für den Einkauf von Rohzucker für Osteuropa über 12.193 Tonnen sowie für den Erwerb von Weizen für die österreichische Bioethanolproduktion über 19.550 Tonnen. Insgesamt entsprechen diese Positionen einem Kontraktvolumen von 4.989 t€ und hatten – basierend auf den zugrunde liegenden Abschlusspreisen – einen positiven Marktwert von 803 t€. Eine Veränderung der Rohstoffpreise von +10 % (–10 %) würde eine Wertveränderung der bestehenden Rohstoffderivate von 412 (–713) t€ ergeben.

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