In einem hoch kompetitiven Marktumfeld ist es das strategische Ziel von AGRANA, sich durch Produktinnovationen vom Mitbewerb zu differenzieren. In enger Partnerschaft mit ihren Kunden entwickelt AGRANA neue Rezepturen, Spezialprodukte und neue Anwendungsmöglichkeiten bestehender Produkte. Dies trägt wesentlich zum langfristigen Erfolg von AGRANA bei und wird auch in Zukunft Bestandteil einer auf nachhaltigen Erfolg ausgelegten Unternehmensstrategie bleiben.
Zur Umsetzung dieser Strategie und zum Ausbau des umfassenden Entwicklungs-Know-hows unterhält AGRANA mehrere Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen. Diese sind für Zucker und Stärke schwerpunktmäßig bei der Zuckerforschung Tulln Gesellschaft m.b.H. (ZFT) in Österreich gebündelt. Das Leistungsangebot reicht hier von der Landwirtschaft über die Lebensmittel-, Zucker-, Stärke- und Bioethanoltechnologie bis hin zur Mikrobiologie und Biotechnologie. Im Fruchtzubereitungsbereich ist die zentrale Forschung und Entwicklung im Innovations- und Kompetenzzentrum Gleisdorf|Österreich und im Innovationszentrum Brecksville|USA organisiert. Aufgabe der beiden Forschungszentren sind die Entwicklung von innovativen Produkten und neuen Produktionsverfahren sowie die Durchführung längerfristiger Forschungs- und Entwicklungsprojekte, um den international tätigen Kunden der AGRANA marktnahe Lösungen zu präsentieren. Dabei konzentriert sich das Innovationszentrum Brecksville vornehmlich auf die speziellen Marktbedürfnisse des US-amerikanischen Raumes. Unterstützt werden die beiden Innovationszentren von einer zentralen Marktentwicklungsabteilung in Mitry|Frankreich.
Im Geschäftsjahr 2008|09 betrugen die internen und externen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung rund 12,5 (Vorjahr 10,5) m€. Insgesamt beschäftigte AGRANA im Geschäftsjahr 2008|09 für Forschung und Entwicklung 195 (Vorjahr 187) Mitarbeiter.
Konsequenter Ausbau der Innovationsaktivitäten: Forschungs- und Entwicklungsaufwand um 19 % gestiegen.
SEGMENT ZUCKER
Im Geschäftsjahr 2008|09 gewann der Einsatz der in den letzten Jahren entwickelten Verfahren zur Einsparung von Hilfsstoffen wie Schaumdämpfungsmittel, Kalkstein und Koks bzw. Alkalisierungsmittel in den Zuckerwerken weiter an Bedeutung. Parallel dazu arbeitete AGRANA am optimalen Einsatz von natürlichen Biostabilisatoren in der Zuckerextraktion.
Ein Schwerpunkt der Entwicklungsarbeiten während der letzten Kampagne betraf das System zur optimalen Dosierung von Alkalisierungsmitteln (bei der Klärung des Rohsaftes durch Zusatz von Kalkmilch). Erfolgreich verliefen auch Versuche, natürliche Biostabilisatoren als Silierhilfsmittel (zur Unterdrückung von Fehlgärungen) einzusetzen. Nach anfänglichen Erfolgen bei der Silierung von Pressschnitzeln konnten Möglichkeiten gefunden werden, die Produkte auch im Bereich von Grassilagen einzusetzen.
SEGMENT STÄRKE
AGRANA positioniert sich durch konsequente Produktentwicklung im Spezialitätenbereich erfolgreich am Markt. Grundlage dafür ist die intensive und enge Zusammenarbeit mit den Kunden.
Die Forschungsschwerpunkte im Nonfood-Bereich betrafen im Geschäftsjahr 2008|09 insbesondere Aktivitäten im Bau-, Klebstoff- und Kosmetikbereich sowie für biologisch abbaubare Werkstoffe. Als wichtiger strategischer Forschungsbereich hat sich der Baustoffsektor etabliert. Mit der Entwicklung von neuen hoch derivatisierten Stärkeprodukten (Fliesenkleber und Putze) konnte den steigenden Ansprüchen des Marktes voll entsprochen werden. Neben neuen Anwendungsbereichen für Stärkeether entwickelte AGRANA hoch modifizierte Stärkeprodukte für den Einsatz als Stabilisatoren im Betonbereich. Neue spezielle Verdicker können nicht nur in Dispersionsfarben, sondern auch in Kunstharzputzen eingesetzt werden. Für die Märkte Papiersackverklebung und Etikettierklebstoffe ist es gelungen, maßgeschneiderte Sackkleberprodukte zu entwickeln. Die Entwicklung von neuen Stärkeprodukten für die Kosmetikindustrie wurde durch Produktinnovationen von AGRANA vorangetrieben. Im Bereich der biologisch abbaubaren Werkstoffe entwickelte AGRANA eine modifizierte, thermoplastische Stärke, die in Kombination mit Polyestern/Polymilchsäure im Spritzguss vielversprechende Eigenschaften aufweist.
Die Entwicklung von Stärkeprodukten für den Lebensmittelsektor konzentrierte sich zuletzt auf die Umsetzung von speziell modifizierten Wachsmaisstärken für Fruchtzubereitungen. Beim Einsatz von neuen Stabilisatorsystemen stand der Bereich der Bio-Stärken im Vordergrund.
Die AGRANA-Bioethanolproduktion war insbesondere in der Anlaufphase intensiv analytisch zu betreuen. Von ZFT durchgeführte Fütterungsversuche bei Nutztieren und im Pet Food-Bereich bestätigten die positiven Auswirkungen des von AGRANA produzierten, eiweißreichen Futtermittels „ActiProt“. Im Jahr 2008 konnte die Erweiterung der Akkreditierung der ZFT auf die Untersuchung von qualitätsrelevanten Parametern von Ethanol realisiert werden.
SEGMENT FRUCHT
Im Geschäftsjahr 2008|09 wurden die Forschungsaktivitäten bei Fruchtzubereitungen mit dem Ziel der Markterweiterung forciert. Dies beinhaltete die Weiterentwicklung von Smoothies sowohl in Bio- als auch in konventioneller Qualität. Neben dem bekannt hohen Fruchtanteil stand die Zugabe von funktionellen Substanzen im Mittelpunkt. Auch im Food Service-Bereich entwickelte AGRANA spezielle Fruchtsaucen, womit der Markteintritt am australischen Markt gelang. In den USA und in Mexiko wurden backstabile Fruchtzubereitungen und deren Produktionstechnologie weiterentwickelt.
„Superfrüchte“ mit einem besonders hohen Gehalt an gesunden Inhaltsstoffen sind weiter im Trend. AGRANA entwickelte dafür Vermarktungskonzepte, mit denen die positiven Eigenschaften dieser Superfrüchte hervorgehoben werden. Neue Rezepturen mit optimierten Geschmacksprofilen wurden entwickelt und interessierten Kunden präsentiert. Weiters wurden fruchtbasierte Produkte mit funktionellen Inhaltsstoffen wie Kalzium und Eisen sowie Antioxidantien oder Vitaminen entwickelt. Speziell die Anreicherung mit geschmacksintensiven Substanzen stellt Fruchtzubereitungshersteller und Molkereien vor große Herausforderungen. Durch die Auswahl gezielter Wirkstoffquellen und eine technologische Adaptierung des Produktionsprozesses konnten sehr hohe Anreicherungsraten ohne sensorische Beeinträchtigungen erreicht werden.
Im Fruchtsaftkonzentratbereich ist die Optimierung der Farbausbeute und der Farbstabilität von roten Saftkonzentraten ein wichtiges Ziel. Schrittweise wurde die Auswirkung aller kritischen Produktionsprozesse auf diese Produkteigenschaften überprüft und Verbesserungen evaluiert. Durch umfangreiche Maßnahmen wurde die Qualität der Fruchtaromen in allen Fruchtsaftkonzentratwerken verbessert, was zu einer deutlichen Wertsteigerung der Produkte führte.
F&E-AUFWENDUNGEN

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