AGRANA Jahresbericht 2008|09
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  • Jahresabschluss

Dem gesamten wirtschaftlichen Umfeld kann sich auch AGRANA nicht komplett entziehen. Die Absatzmärkte in der Lebensmittelindustrie sind zwar nicht mit den Zyklusschwankungen in anderen Industrien vergleichbar, jedoch werden die konjunkturellen Entwicklungen auch in der Lebensmittelbranche Auswirkungen auf das Konsumverhalten haben.

Auf Basis unserer Einschätzungen für die Entwicklungen auf den Absatzmärkten geht AGRANA davon aus, im Geschäftsjahr 2009|10 einen Konzernumsatz auf etwa der Höhe des Vorjahres zu erreichen. Dabei stehen rückläufige Umsätze im Segment Zucker den leicht steigenden Umsätzen im Fruchtsegment gegenüber. Niedrigere Rohstoff- und Energiepreise sowie interne Kosteneinsparungen sollten dem aktuellen Preisdruck erfolgreich entgegenwirken. Aus heutiger Sicht erwartet AGRANA somit eine deutliche Erholung des operativen Ergebnisses für das Geschäftsjahr 2009|10.

Geschäftsjahr 2009|10: Konzernumsatz auf Vorjahresniveau, deutliche Erholung des Konzernergebnisses, Investitionen von rund 50 m€, Reduktion der Nettoverschuldung.

In diesem Zusammenhang wurde in den vergangenen Monaten ein Optimierungsprogramm zur Nutzung von konzernübergreifenden Synergien initiiert. Ziel ist es, die internen Prozessabläufe innerhalb der AGRANA-Gruppe zu analysieren und Einsparungsmöglichkeiten zu identifizieren. So sollen übergreifende Synergien auch in den dezentralen Organisationseinheiten bestmöglich genutzt werden.

Im Rahmen der Zuckermarktordnung werden für die zurückgegebenen Quoten Restrukturierungserlöse zur Gänze vorzeitig im Juni 2009 ausbezahlt, was einen positiven Effekt auf die Nettofinanzverschuldung haben wird. Diese soll im Geschäftsjahr 2009|10 deutlich reduziert werden. Der Refinanzierungsbedarf von AGRANA für das Geschäftsjahr 2009|10 ist durch entsprechende Kreditlinien abgesichert.

Der AGRANA-Vorstand erwartet, dass die Volatilitäten der Währungen mittelfristig ab nehmen, die Wechselkurse in die normalen Bandbreiten zurückkehren und die nun abgewerteten Finanzpositionen zum Teil wieder aufgewertet werden können.

 

INVESTITIONEN

Die geplanten Investitionen für das Geschäftsjahr 2009|10 wird AGRANA auf rund 50 m€ beschränken. Neben Ersatzinvestitionen in Österreich liegt der Schwerpunkt der geplanten Ausgaben im Segment Zucker in Höhe von insgesamt rund 11 m€ in der Errichtung einer biologischen Abwasserreinigung in Roman|Rumänien sowie einer neuen Verpackungsanlage für 1 Kilogramm-Packungen in Buzau|Rumänien. Weitere Maßnahmen sollen im Umwelt- und Energiebereich umgesetzt werden. Das Investitionsprogramm im Segment Stärke wird mit geplanten 12 m€ im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgenommen und auf notwendige Ersatzinvestitionen beschränkt. Das Investitionsbudget im Segment Frucht beträgt rund 27 m€ für das Geschäftsjahr 2009|10. Neben produktivitätssteigernden Maßnahmen in Valence|Frankreich soll in eine neue Produktionslinie für neue Produktbereiche in Centerville|USA investiert werden. Damit wird dem Ziel der weiteren Diversifikation der Kundenstruktur Rechnung getragen. Im Bereich Fruchtsaftkonzentrate beschränkt sich AGRANA auf notwendige Ersatzinvestitionen, die zur Aufrechterhaltung der Produktion sowie zur Erfüllung der gesetzlichen Auflagen notwendig sind.

SEGMENT ZUCKER

AGRANA baute in den letzten Jahren ihre Marktstellung insbesondere in den osteuropäischen Ländern aus. Diese Region wurde durch die Zuckermarktordnungsreform zu einem Defizitmarkt (Nachfrage übersteigt lokale Produktion). Zudem entfällt mit Ende September 2009 die Import-Quotenregelung für Rohzucker in Rumänien und Bulgarien. Zurzeit scheint eine ausreichende Rohzuckerversorgung dieser beiden Länder unsicher. Die Zuckerpreissenkung und die geringere Produktion werden auf das Marktumfeld großen Einfluss haben. Für das Geschäftsjahr 2009|10 wird daher mit etwas rückläufigen Umsätzen aufgrund von Preisreduktionen infolge der Zuckermarktordnungsreform gerechnet. Der Wegfall der Restrukturierungsabgabe sowie die Normalisierung der Energiepreise sollten sich jedoch positiv auf das Ergebnis im Zuckersegment auswirken.

Für die nach Rückgabe von rund 117.000 Tonnen AGRANA zugerechnete Zuckerquote von 618.500 Tonnen Zucker für das Zuckerwirtschaftsjahr 2009|10 wird für den Anbau 2009 eine Gesamtfläche von rund 85.500 Hektar Zuckerrüben geplant.

SEGMENT STÄRKE

Für das Geschäftsjahr 2009|10 erwartet AGRANA im Segment Stärke eine Umsatzentwicklung auf Vorjahresniveau. Dabei liegen die Verkaufspreise deutlich unter dem Niveau des ersten Halbjahres 2008|09. Der Umsatzrückgang wird zwar teilweise durch die Vollauslastung der Bioethanolkapazitäten und höhere zur Verfügung stehende Isoglukosemengen kompensiert, allerdings ist die Nachfrage nach technischen Stärkeprodukten konjunkturbedingt geringer. Das Ausmaß dieser Wirkungen auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung im Geschäftsjahr 2009|10 ist aus heutiger Sicht nicht verlässlich vorhersehbar.

Für das Anbaujahr 2009 wird bei Stärkekartoffeln eine Menge von rund 200.000 Tonnen Stärke- und Bio-Stärkeindustriekartoffeln unter Vertrag genommen. Im Bereich Stärkemais für Aschach sowie Weizen, Mais und Triticale für Pischelsdorf ist der Großteil der benötigten Rohstoffmenge bis zur neuen Ernte 2009 bereits vertraglich fixiert.

Hungrana wird im Jahr 2009 rund 970.000 Tonnen Mais verarbeiten. Der Rohstoffeinkauf für Mais bis zur neuen Ernte 2009 ist zum Großteil abgeschlossen.

SEGMENT FRUCHT

Der Markt für Fruchtzubereitungen wird weiterhin vom Konsumverhalten bei Fruchtjoghurts geprägt sein. AGRANA rechnet mit Zuwächsen bei Handelsmarken zu Lasten der Markenartikel. Innovationen und Produkteinführungen werden neben Kostenoptimierungen forciert. Aufgrund der globalen Präsenz wird für AGRANA eine leicht rückläufige Mengenentwicklung erwartet, wobei die hohe Qualitätsorientierung und Lebensmittelsicherheit, verbunden mit kundennahen und innovativen Produktentwicklungen, die Position unterstützen soll.

Im Bereich der Fruchtsaftkonzentrate rechnet AGRANA mit steigendem Absatz im Geschäftsjahr 2009|10. Regionale Marktvolumensreduktionen (insbesondere in Russland und in der Ukraine) sollten durch zusätzliche Verkäufe in anderen Regionen kompensiert werden können. Für die Produktionsmengen aus der Kampagne 2008 sind großteils Verkaufskontrakte geschlossen. Aufgrund der globalen Überschusssituation und der niedrigen Apfelkosten für die Ernte 2008 werden die Marktpreise weiterhin auf tiefem Niveau erwartet.

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