Rohstoff und Ernte
AGRANA konnte dank einer guten europäischen Apfel- und Beerenernte sowie einer ausgezeichneten chinesischen Apfelernte die insgesamt zwölf Fabriken in hohem Maße auslasten. In den Anbaugebieten gab es keine Fröste oder negativen Wetterbedingungen.
Die europäische Apfelkampagne lief von Mitte August bis Dezember 2008, wobei in Ungarn und Polen lieferboykottbedingt die Produktion um einige Wochen verzögert gestartet wurde. In China erfolgte auch noch in den Monaten Jänner und Februar 2009 die Produktion von süßem Apfelsaftkonzentrat.
Insgesamt wurden die Verarbeitungsmengen für Verarbeitungsobst (Äpfel und Beeren) gegenüber dem Vorjahr deutlich gesteigert. Gründe dafür waren eine europäische Normalernte, eine chinesische Rekordernte bei Äpfeln und eine geringfügige Mengensteigerung bei Beeren. Die Einkaufspreise für Verarbeitungsäpfel sanken signifikant auf rund ein Viertel gegenüber dem Geschäftsjahr 2007|08. Auch bei Verarbeitungsbeeren sanken die durchschnittlichen Einkaufspreise gegenüber dem Vorjahr deutlich. Die Rohstoffbasis für Verarbeitungsobst bei AGRANA Juice wurde durch die Integration der zweiten Joint Venture-Gesellschaft in China weiter ausgebaut.
Bei roten Beeren, die hauptsächlich in Polen, Dänemark, Ungarn und in der Ukraine eingekauft wurden, verlief der Rohstoffeinkauf insgesamt zufriedenstellend. Die Vorjahresmengen wurden bei guten Einkaufskonditionen leicht übertroffen. Aufgrund günstiger Vegetationsbedingungen waren die Qualitäten überdurchschnittlich gut.
Geschäftsentwicklung
Zu Beginn des Geschäftsjahres 2008|09 lösten extreme rohstoffbedingte Verteuerungen bei Fruchtsäften ein geändertes Markt- und Konsumverhalten aus. Anstelle von Jahreskontrakten wurden seitens der großen Handelsunternehmen Kontrakte mit kürzerer Laufzeit geschlossen. Generell war ein Trend zu Spotkäufen infolge des hohen Preisniveaus aus der Ernte 2007 zu verzeichnen. Dies führte bei AGRANA zu hohen Lagerständen von Apfelsaftkonzentrat aus der Kampagne 2007. In Erwartung einer normalen Apfelernte in Europa für die neue Kampagne 2008 und sehr hohen Importen aus China im Jahr 2007, die zu Überlagern führten, kam es im Frühsommer 2008 zu einem drastischen Verfall der Konzentratpreise. Aufgrund dieser Marktentwicklung sah sich AGRANA gezwungen, diese Lagerbestände um 32,4 m€ im zweiten Quartal 2008|09 abzuwerten.
Der mengenmäßige Absatz von Fruchtsaftkonzentraten lag aufgrund der Preissituation im Geschäftsjahr 2008|09 unter der Vorjahresmenge. Im Geschäftsjahr 2009|10 wird infolge der abgeschlossenen Kontrakte jedenfalls mit einer wesentlichen Absatzmengenausweitung bei einer normalen Ernte für Verarbeitungsobst gerechnet. Der Durchschnittspreis für Apfelsaftkonzentrat lag im Geschäftsjahr 2008|09 aufgrund der höheren Preise im ersten Halbjahr über dem derzeit aktuellen Niveau.
Zur Vermeidung künftiger Abwertungsnotwendigkeiten wurde die Produktion aus den Kampagnen 2007 und 2008 durch Vertriebsverträge für „saures“ Apfelsaftkonzentrat weitgehend im Herbst 2008 preislich fixiert. AGRANA hat nunmehr ihre Kontraktpolitik geändert, ihre Kunden breiter gestreut und das Kundenportfolio auch im mittleren und kleineren Tonnagenbereich ausgebaut. Zusätzlich werden neue Absatzregionen erschlossen, um die Abhängigkeit von wenigen Absatzmärkten und deren Schwankungen zu mildern.
Im Frühjahr 2008 wurden Reorganisationsmaßnahmen an den polnischen Produktionsstandorten eingeleitet und umgesetzt. Auch an den anderen Konzentratstandorten werden Maßnahmen zur Verbesserung der Kostenstruktur und zur Erhöhung der Flexibilität in Hinblick auf künftige Marktschwankungen umgesetzt.
Da der Großteil der AGRANA-Juice-Produktionsstätten in den osteuropäischen Rohstoffgebieten (Ungarn, Polen, Ukraine, Rumänien) angesiedelt ist, kam es infolge der volatilen Währungen im Geschäftsjahr 2008|09 zu Fremdwährungsverlusten. Dabei handelt es sich um nicht realisierte Währungseffekte infolge der Umrechnung der Euro-Finanzierungen in Landeswährung.
Investitionen
An den europäischen Konzentratstandorten standen Rationalisierungsprojekte und Maßnahmen zur Verbesserung der Produktqualität, Produktsicherheit und Anhebung des Hygienestandards im Fokus. In Winniza|Ukraine investierte AGRANA in eine moderne Lüftungsanlage im Produktionsbereich. Im chinesischen Werk in Xianyang wurde die Investition in den Ausbau der Tagesverarbeitungskapazität mit 1.800 Tonnen Äpfeln abgeschlossen und rechtzeitig zum Kampagnestart erfolgreich in Betrieb genommen.