Zuckerweltmarkt
Das in Deutschland ansässige Analyseunternehmen F. O. Licht geht in seiner Prognose vom 25. März 2009 von einer globalen Zuckerproduktion im Zuckerwirtschaftsjahr (ZWJ) 2008|09 (Oktober 2008 bis September 2009) von 157,4 Mio. Tonnen aus. Der weltweite Zuckerkonsum werde hingegen im ZWJ 2008|09 – ungeachtet der globalen Wirtschaftskrise – gegenüber dem Vorjahr voraussichtlich um knapp 2 % auf 160,9 Mio. Tonnen steigen. Das bedeutet ein globales Zuckerdefizit für das ZWJ 2008|09 von 3,5 Mio. Tonnen. F. O. Licht erwartet trotz eines Rekordwachstums des weltgrößten Produzenten Brasilien für das ZWJ 2008|09 einen Rückgang des weltweiten Zuckerangebotes aufgrund von Produktionsrückgängen in der Europäischen Union, in Indien und in China.
Die Rohzuckernotierung in New York erreichte am 4. Juni 2008 mit 209,9 USD pro Tonne ihr Jahrestief, der Jahreshöchstwert betrug am 6. August 2008 312,8 USD pro Tonne. Die Notierung am 27. Februar 2009 lag mit 297 USD pro Tonne um 5,7 % unter dem Vorjahreswert (315 USD pro Tonne). Der Höchststand der Weißzuckernotierung an der Londoner Börse betrug am 27. August 2008 414,5 USD pro Tonne. Am 5. Dezember 2008 erreichte die Notierung von Weißzucker mit 294,8 USD pro Tonne den Tiefststand. Gegenüber dem Vorjahr war die Weißzuckernotierung am 27. Februar 2009 mit 401 USD pro Tonne um 3,6 % höher.
Zuckermarktordnung
Die Reform der EU-Zuckermarktordnung hat eine Reduktion der EU-Quotenzuckerproduktion von ursprünglich 18 Mio. Tonnen um rund 6 Mio. Tonnen auf 12 Mio. Tonnen zum Ziel. Dies erfolgt bei stabilem Binnenmarktverbrauch aufgrund weggefallener Exportmöglichkeiten und von der EU eingegangener Importverpflichtungen. In den ersten beiden Zuckerwirtschaftsjahren 2006|07 und 2007|08 des Reformzeitraumes wurden nur rund 2,2 Mio. Tonnen Quoten freiwillig an den Restrukturierungsfonds zurückgegeben. Daraufhin erhöhte der Agrarministerrat auf Vorschlag der EU-Kommission am 26. September 2007 den Anreiz für Rübenanbauer und Zuckerproduzenten, Quoten für das Zuckerwirtschaftsjahr 2008|09 (1. Oktober 2008 bis 30. September 2009) in den Restrukturierungsfonds zu geben.
AGRANA hat sich im Ausmaß von rund 117.000 Tonnen am Quotenrückgabeprogramm für das ZWJ 2008|09 beteiligt, um eine entschädigungslose, finale Quotenkürzung im ZWJ 2010|11 weitestgehend zu vermeiden. Der Restrukturierungsfonds ist seit dem 1. Februar 2009 geschlossen; insgesamt wurden rund 5,8 Mio. Tonnen in den Fonds zurückgegeben und somit nur rund 0,2 Mio. Tonnen weniger als von der EU-Kommission angestrebt. Die EU-Kommission hat angekündigt, im Februar 2010 die Lage des EU-Zuckermarktes erneut zu überprüfen, um festzustellen, ob eine finale Quotenkürzung erforderlich ist. Die Restrukturierungsprämien für diese Quotenrückgaben sollten ursprünglich zu 40 % im Juni 2009 und zu weiteren 60 % im Februar 2010 von der EU an die Produktionsunternehmen ausgezahlt werden. Angesichts der Finanz- und Wirtschaftskrise hat die EU-Kommission mit Beschluss vom 13. Februar 2009 eine Vorziehung der Auszahlung von 100 % der Prämien auf Juni 2009 ermöglicht.
Die EU-Kommission hat für die ZWJ 2008|09 und 2009|10 ein zollfreies Importkontingent von 400.000 Tonnen Nichtquotenzucker für die chemische Industrie gewährt. Damit kam die EU-Kommission den Forderungen von Industriezuckerverwendern in Regionen mit ertragsbedingt schwachem Zuckerrübenanbau entgegen. Als Kompensation des Importkontingentes ermöglichte sie der Zuckerindustrie den ungestützten Export von 650.000 Tonnen Nichtquotenzucker sowie 50.000 Tonnen Isoglukose auf den Weltmarkt. Damit eröffnete sich effizienten Anbauregionen zusätzliches Marktpotenzial.
Die Kommission setzte mit Wirkung vom 1. Oktober 2008 (Beginn ZWJ 2008|09) die Ausfuhrerstattungen für Quotenzucker aus. Für Exporteure von zuckerhaltigen Verarbeitungsprodukten – die aufgrund von Übergangsfristen noch bis zum Frühjahr 2009 die Erstattungen erhalten – werden derzeit Lösungen gesucht, ihre Produkte weiterhin wettbewerbsfähig am Weltmarkt anbieten zu können. Sollten sich diese Kunden zukünftig für diese Produkte mit Zucker aus Importen oder Nichtquotenzucker versorgen müssen, würde sich der Absatz von Quotenzucker deutlicher reduzieren als im Rahmen der Zuckermarktordnungsreform vorgesehen.
Außenhandel Zucker
Die WTO-Verhandlungen wurden Ende Juli 2008 ergebnislos abgebrochen. USA, China und Indien konnten sich nicht über den Importschutz für Agrarprodukte aus Entwicklungs- und Schwellenländern verständigen. Wesentliche Themen, die ebenfalls noch nicht geklärt werden konnten, betreffen den Marktzugang für Industrieprodukte zu den Schwellenländern sowie die Förderungen für Baumwolle in den USA. Weitere Initiativen im Herbst 2008 scheiterten ebenso. Auch für das Frühjahr 2009 gilt eine Einigung als unwahrscheinlich. Bei einem möglichen Abschluss würden die EU-Agrarzölle stufenweise ab Herbst 2011 bis 2020 deutlich sinken.
Die Europäische Union öffnet schrittweise, sowohl für die am wenigsten entwickelten Länder der Welt (LDC) durch das „Alles-außer-Waffen“-Abkommen (EBA) als auch für die AKP-(Afrika-Karibik-Pazifik-)Staaten durch die Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (EPA), ihre Märkte für den unbeschränkten Import. Ab 1. Oktober 2009 wird es für diese Entwicklungsländer einen zoll- und quotenfreien Zugang zum EU-Markt geben. Für 2009|10 ist eine höhere Verfügbarkeit von Rohzucker aus diesen Ländern zum derzeitigen Zeitpunkt allerdings fraglich.
Branchenvereinbarung
Unter Berücksichtigung der geänderten Marktbedingungen konnte AGRANA mit dem Dachverband der österreichischen Zuckerrübenanbauer „Die Rübenbauern“ sowie mit den bäuerlichen Interessensgemeinschaften in den anderen Ländern neue Vereinbarungen über den Rübenanbau 2009 treffen.
UMSATZERLÖSE

Operatives Ergebnis

INVESTITIONEN

MITARBEITER
