
das Geschäftsjahr 2009|10 ist für AGRANA zufriedenstellend verlaufen. Obwohl die weltweite Rezession im Kalenderjahr 2009 ihren Höhepunkt erreichte, wurde die Geschäftsentwicklung der AGRANA gegen diesen Trend stabilisiert.
Mehr als Verdoppelung des operativen Ergebnisses auf 91,9 m€ bei leicht rückläufigem Umsatz von rund 2,0 Mrd. €.
Die initiierten Sparprogramme zeigten ihre Wirkung. Wir erzielten im Geschäftsjahr 2009|10 ein erfreuliches Ergebnis und einen beachtlichen freien Cashflow. Das operative Ergebnis haben wir bei einem leicht rückläufigen Umsatz von rund 2,0 Mrd. € mit 91,9 m€ gegenüber dem Vorjahr mit 37,8 m€ mehr als verdoppelt und konnten damit wieder an die guten Ergebnisse vor dem Geschäftsjahr 2008|09 anschließen. Die Cashentwicklung ermöglichte zudem den weiteren Abbau der Nettofinanzschulden um 20 % auf 376,6 m€.
Wir konnten zeigen, dass unser Unternehmen selbst in einem schwierigen konjunkturellen Umfeld gute Erträge erwirtschaften kann. Unsere auf den drei Standbeinen beruhende Diversifizierungsstrategie hat nachhaltige Krisenfestigkeit bewiesen. AGRANA hat sich als zuverlässiger Partner ihrer Kunden, aber auch der Landwirtschaft bewährt. AGRANAs Stabilität ist gerade in unruhigen wirtschaftlichen Zeiten eine ganz wichtige Stärke, die zum Vorteil aller Stakeholder gereicht.
Da das wirtschaftliche Umfeld herausfordernd bleibt, haben wir erneut Maßnahmen gesetzt, um für die Zukunft bestens gerüstet zu sein. Unter anderem haben wir zu Beginn des abgelaufenen Geschäftsjahres ein Organisationsprojekt mit dem Ziel gestartet, Synergien zwischen den einzelnen Segmenten zu identifizieren und umzusetzen. Es werden interne Abläufe vereinfacht und abgestimmt, Parallelstrukturen beseitigt und dadurch Effizienzsteigerungen erreicht. Die Arbeiten an diesem Projekt sind voll im Gang und werden bereits im neuen Geschäftsjahr 2010|11 zu Resultaten führen. Ebenso werden wir mit den Investitionen ein weiteres Jahr deutlich unter Abschreibungsniveau verbleiben, was unseren finanziellen Handlungsspielraum weiter vergrößern wird.
SEGMENT ZUCKER
Im Segment Zucker stand einem Absatzplus ein Rückgang des Umsatzes um 2,6 % auf 684,1 (Vorjahr 702,5) m€ gegenüber, der aus niedrigeren Preisen resultierte. Diese waren Folge der Preissenkungsschritte im Zuge der EU-Zuckermarktordnungsreform. Das operative Segmentergebnisbetrug 15,2 (Vorjahr 15,8) m€. AGRANA ist nach dem Abschluss der EU-Zuckermarktreform strategisch gut positioniert, zumal viele osteuropäische Länder, in denen AGRANA bedeutende Marktpositionen innehat, zu Importländern wurden. Effi zienzsteigerungen werden neben dem Wegfall der Restrukturierungsabgaben die Ertragslage im Segment Zucker langfristig wieder verbessern.
SEGMENT STÄRKE
Der Absatz im Segment Stärke konnte im Geschäftsjahr 2009|10 neuerlich gesteigert werden. Der deutliche Preisrückgang der Haupt- und Nebenprodukte führte zu einem Umsatzrückgang im Geschäftsjahr um rund 4 % von 519,4 m€ auf 499,2 m€. Das Geschäftsfeld Bioethanol konnte dank der Vollauslastung der Bioethanolkapazitäten in Österreich und Ungarn und durch den Absatz des Eiweiß futtermittels „ActiProt" einen beachtlichen Umsatzanstieg verbuchen. Nach den Aufbaujahren liefert das Geschäftsfeld Bioethanol nunmehr positive Ergebnisse. Insgesamt erreichte das operative Segmentergebnis 41,1 (Vorjahr 27,5) m€.
SEGMENT FRUCHT
Das Geschäftsfeld AGRANA Fruit konnten wir 2009|10 umsatzmäßig stabilisieren, ertragsmäßig erfolgte eine Erholung. Dies erzielten wir durch die Straff ung der Produktion und durch ein gutes Geschäft in den USA, Asien, Australien und in den osteuropäischen Ländern. Im Geschäftsfeld Juice konnte AGRANA dank eines sehr aktiven Marktauftritts den Absatz von Fruchtsaftkonzentraten im Vergleich zum Vorjahr steigern. Neu erschlossene Absatzregionen halfen, einerseits die Abhängigkeit von den hochkompetitiven zentral- und westeuropäischen Absatzmärkten zu verringern, andererseits Preisschwankungen besser auszugleichen. Der Segmentumsatz betrug 805,9 m€ (nach 804,4 m€ im Vorjahr), das operative Segmentergebnis lag bei 35,7 (Vorjahresverlust von 5,5) m€.
AUSBLICK
Auch wenn sich zu Beginn des neuen Geschäftsjahres die Anzeichen für eine Stabilisierung der Weltwirtschaft erhärtet haben, ist es noch zu früh für eine Entwarnung. Vor allem in den westlichen Industriestaaten müssen wir mit einer längeren Durststrecke und einem nur langsamen Aufschwung rechnen. Die Nachwehen der Finanzkrise 2008|09 - schwacher Privatkonsum und nötige Stabilisierung der öffentlichen Haushalte - werden zu spüren sein. Die Tendenz zu volatileren Rohstoffmärkten wird auch in den kommen den Monaten anhalten.
Die Aussichten in den Emerging Markets sind anhaltend günstig. Die positive Entwicklung in Asien, Osteuropa und Teilen von Südamerika bekräftigt auch unsere Erwartung, dass die langfristigen Entwicklungstrends für AGRANA unverändert intakt sind. Der Trend zu hochwertiger und gesunder Ernährung wird durch das steigende Wohlstands- und Bildungsniveau in diesen Ländern gefördert und wird sich positiv auf die Chancen in unserem Segment Frucht auswirken. Der steigende private Konsum bleibt der Wachstumsmotor auch für die Segmente Zucker und Stärke. Schließlich werden die unausweichliche Verteuerung und Verknappung von Rohöl und die Klimafolgen der Verwendung fossiler Rohstoffe die Nachfrage nach Biotreibstoffen weiter antreiben.
Für das Geschäftsjahr 2010|11 haben wir uns vor allem zum Ziel gesetzt, unsere Ertragslage durch langfristig wirksame Organisationsverbesserungen und die Umsetzung sorgfältig gewählter Arrondierungsschritte abzusichern. Wir wollen unsere Marktstellung nicht nur behaupten, sondern unter den gegebenen Rahmenbedingungen kontinuierlich ausbauen.
Zum Schluss lassen Sie mich allen jenen Dank aussprechen, ohne deren Einsatz und Loyalität der Erfolg unseres Unternehmens undenkbar ist: unseren Mitarbeitern, unseren Kunden und Lieferanten sowie unseren Aktionären.
Mit freundlichen Grüßen
Johann Marihart
Vorsitzender des Vorstandes

