AGRANA Jahresbericht 2009|10
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Erläuterungen zu 
Finanzinstrumenten

Erläuterungen zu Finanzinstrumenten

8.1. ANLAGE- UND KREDITGESCHÄFTE (ORIGINÄRE FINANZINSTRUMENTE)

Zur Deckung des Gesamtfinanzierungsbedarfs im AGRANA-Konzern stehen neben der Innenfinanzierungskraft Anleihen, syndizierte Kreditlinien und bilaterale Bankkreditlinien zur Verfügung.

Die Finanzinstrumente werden in der Regel zentral beschafft und konzernweit verteilt. Eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes, die Sicherstellung der Kreditwürdigkeit des Konzerns sowie der Liquidität sind die wichtigsten Ziele der Finanzierung.

In der AGRANA-Gruppe werden zur Steuerung der saisonal schwankenden Liquiditätsströme im Rahmen des täglichen Finanzmanagements sowohl marktübliche Anlagegeschäfte (Tages- und Termingeld sowie Wertpapierveranlagungen) getätigt als auch Finanzierungen durch Tages- und Termingeldaufnahmen sowie Festzinsdarlehen durchgeführt.

Durchschnittlicher
Effektivzinssatz
Stand
28.02.2010
davon Restlaufzeit Stand
28.02.2009
davon Restlaufzeit
bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
2009|10 2008|09
in % in % in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€ in t€
Fixer Zinssatz
EUR 3,93 2,85 272.835 119.873 149.583 3.379 246.874 64.211 180.491 2.172
3,93 2,85 272.835 119.873 149.583 3.379 246.874 64.211 180.491 2.172
Variabler Zinssatz
EUR 1,92 2,66 193.406 138.347 55.059 0 283.205 217.035 66.170 0
BGN 3,50 0 43 43 0 0 0 0 0 0
DKK 2,40 0 2 2 0 0 0 0 0 0
HUF 6,64 9,89 32.228 32.043 185 0 42.059 41.394 665 0
CNY 5,38 5,49 8.637 8.637 0 0 17.923 17.923 0 0
PLN 5,33 5,12 11.598 11.598 0 0 3.446 3.446 0 0
GBP 3,50 0 30 30 0 0 0 0 0 0
USD 1,49 1,65 27.831 27.831 0 0 42.228 42.228 0 0
KRW 4,90 0 1.031 1.031 0 0 0 0 0 0
RON 11,80 0 7.692 7.692 0 0 0 0 0 0
ZAR 11,25 0 13 5 8 0 0 0 0 0
Sonstige 0 0 0 0 0 0 6 6 0 0
3,14 3,48 282.511 227.259 55.252 0 388.867 322.032 66.835 0
Summe 3,43 3,24 555.346 347.132 204.835 3.379 635.741 386.243 247.326 2.172

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und verbundenen Unternehmen betrugen 555.346 (Vorjahr 635.741) t€ und waren durchschnittlich mit 3,43 % (Vorjahr 3,24 %) verzinst. Sie werden mit ihrem Rückzahlungsbetrag bewertet. Bei Verbindlichkeiten in Fremdwährungen werden die Nominalwerte zu dem am Bilanzstichtag geltenden Wechselkurs in Euro umgerechnet, so dass sich – entsprechend der Wechselkursentwicklung – positiv oder negativ abweichende Marktwerte ergeben können.

Festverzinslich waren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und verbundenen Unternehmen mit einem Volumen von 272.835 (Vorjahr 246.874) t€, diese entsprachen einem Marktwert von 276.563 (Vorjahr 246.614) t€. Bei den variabel verzinslichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten entsprechen die Marktwerte den Buchwerten. Am Bilanzstichtag waren Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 1.368 (Vorjahr 2.968) t€ durch Grundpfandrechte bzw. in Höhe von 21.602 (Vorjahr 21.202) t€ durch sonstige Pfandrechte gesichert.

Im Rahmen des täglichen Finanzmanagements werden Anlagegeschäfte (marktübliche Tages-, Termingelder) getätigt. Gegenüber dem Vorjahr verzeichneten die flüssigen Mittel einen Rückgang um 5.070 t€ auf 70.388 t€. Daneben werden Wertpapiere von insgesamt 3.515 (Vorjahr 5.830) t€ kurzfristig gehalten, die jederzeit veräußerbar sind.

8.2. DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE

Die AGRANA-Gruppe setzt zur Absicherung von Risiken aus operativer Geschäfts- und Finanzierungstätigkeit (Änderung von Zinssätzen, Wechselkursen und Rohstoffpreisen) in begrenztem Umfang derivative Finanzinstrumente ein. Dabei sichert sich AGRANA im Wesentlichen gegen folgende Risiken ab:

  • Zinsänderungsrisiken bei Geldmarktzinsen, die sich im Wesentlichen aus kampagnetypischen Liquiditätsschwankungen oder bestehenden bzw. geplanten variabel verzinslichen Kreditaufnahmen ergeben.
  • Währungsrisiken, die sich im Wesentlichen aus Warenkäufen und -verkäufen in US-Dollar und osteuropäischen Währungen sowie Finanzierungen in Fremdwährungen ergeben können.
  • Rohstoffpreisrisiken ergeben sich insbesondere aus Änderungen des Zuckerweltmarktpreises, der Energie- und Getreidepreise.

Dabei werden ausschließlich marktübliche Instrumente mit einer ausreichenden Marktliquidität wie Zinsswaps, Zinsoptionen, Caps, Devisentermingeschäfte, Devisenoptionen oder Rohstofffutures verwendet. Der Einsatz dieser Instrumente wird im Rahmen des Risikomanagementsystems durch Konzernrichtlinien geregelt, die den spekulativen Einsatz derivativer Finanzinstrumente ausschließen, grundgeschäftsorientierte Limits zuweisen, Genehmigungsverfahren definieren, Kreditrisiken minimieren, das interne Meldewesen sowie die Funktionstrennung regeln. Die Einhaltung dieser Richtlinien und die ordnungsgemäße Abwicklung und Bewertung der Geschäfte werden regelmäßig durch eine interne neutrale Stelle unter Wahrung der Funktionstrennung überprüft.

Die Referenz- und Marktwerte der derivativen Finanzinstrumente der AGRANA-Gruppe stellen
sich wie folgt dar:

Referenzwert Marktwert
in t€ 28.02.2010 28.02.2009 28.02.2010 28.02.2009
Kauf USD 4.445 8.178 189 1.241
Verkauf USD 8.874 1.849 -372 16
Kauf AUD 5.590 1.240 247 -14
Verkauf AUD 2.698 0 -4 0
Kauf CZK 9.000 11.627 -30 -953
Verkauf CZK 4.500 0 15 0
Kauf HUF 25.712 71.011 167 -6.716
Verkauf HUF 22.156 8.284 -182 637
Kauf PLN 37.036 29.466 1.513 -6.551
Verkauf PLN 19.289 0 -279 0
Kauf GBP 213 0 -7 0
Verkauf GBP 213 1.146 7 -28
Verkauf RON 3.245 1.000 -26 -8
Sonstige 804 355 -1 51
Währungsderivate 143.775 134.156 1.237 -12.325
Zinsderivate 87.369 70.000 -1.552 -364
Rohstoffderivate (Hedge-Accounting) 13.173 2.210 616 718
Summe 244.317 206.366 301 -11.971

Die Währungs- und Rohstoffderivate sichern Zahlungsströme bis zu einem Jahr und die Zinsderivate von einem bis zu zehn Jahren.

Als Referenzwert der derivativen Sicherungsgeschäfte bezeichnet man die rechnerische Basis aller Hedges umgerechnet in die Konzernwährung Euro.

Der Marktwert entspricht dem Betrag, den die AGRANA-Gruppe zum Bilanzstichtag bei unterstellter Auflösung des Sicherungsgeschäfts zu bezahlen oder zu bekommen hätte. Da es sich bei den Sicherungsgeschäften nur um marktübliche, handelbare Finanzinstrumente handelt, wird der Marktwert anhand von Marktnotierungen ermittelt.

Wertänderungen von Derivatgeschäften, die zur Absicherung zukünftiger Zahlungsströme durchgeführt wurden (Cashflow-Hedges), sind zunächst erfolgsneutral im Eigenkapital und erst bei Realisierung des Zahlungsstroms erfolgswirksam zu erfassen. Ihr Marktwert zum 28. Februar 2010 beträgt 1.277 (Vorjahr –7.622) t€.

Die Wertänderungen der Geschäfte, für die kein Cashflow-Hedge Accounting erfolgt, werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Absicherungen erfolgten sowohl zur Sicherung von Verkaufserlösen und Materialaufwendungen im Rahmen der Juiceaktivitäten als auch zur Sicherung von Verkaufskontrakten im Zuckersegment. Zum Teil wurde für die angeführten Geschäfte Fair Value-Hedge Accounting nach IAS 39 angewendet. Die Wertschwankungen dieser Sicherungsgeschäfte werden durch die Wertschwankungen der gesicherten Geschäfte ausgeglichen.

8.3. ZUSÄTZLICHE ANGABEN ZU DEN FINANZINSTRUMENTEN

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumenten
Die nachstehende Tabelle stellt die Buch- und beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten dar. Der beizulegende Zeitwert eines Finanzinstruments ist der Betrag, zu dem zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern ein Vermögenswert getauscht oder eine Schuld beglichen wird.

28.02.2010 28.02.2009
Bewertungskategorie
nach IAS 39
Buchwert Beizulegender
Zeitwert
Buchwert Beizulegender
Zeitwert
in t€ in t€ in t€ in t€
Finanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere
(langfristig gehalten)
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (zu Anschaffungskosten)
finanzielle Vermögenswerte (zu Anschaffungskosten)
85.000 85.000 85.000 85.000
Wertpapiere
(langfristig gehalten)
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 19.977 19.977 19.492 19.492
Wertpapiere
(langfristig gehalten)
104.977 104.977 104.492 104.492
Beteiligungen Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 282 282 343 343
Beteiligungen Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (zu Anschaffungskosten) 5.877 5.877 1.523 1.523
Langfristige Ausleihungen Kredite und Forderungen 868 868 633 633
Beteiligungen und
Ausleihungen
(langfristig gehalten)
7.027 7.027 2.499 2.499
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Kredite und Forderungen 229.921 229.921 206.785 206.785
Sonstige Forderungen1 Kredite und Forderungen 45.993 45.993 72.085 72.085
Derivative finanzielle Vermögenswerte Derivate erfolgsneutral zum beizulegendem Zeitwert 778 778 718 718
Derivative finanzielle Vermögenswerte Derivate erfolgswirksam zum beizulegendem Zeitwert 3.691 3.691 1.890 1.890
Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen
und sonstige Vermögenswerte
280.383 280.383 281.478 281.478
Wertpapiere
(kurzfristig gehalten)
Zur Veräußerung verfügbare
finanzielle Vermögenswerte
3.515 3.515 5.830 5.830
Wertpapiere
(kurzfristig gehalten)
Erfolgswirksam zum bei-
zulegenden Zeitwert bilanzierte
finanzielle Vermögenswerte
(zu Handelszwecken gehalten)
0 0 0 0
Wertpapiere
(kurzfristig gehalten)
3.515 3.515 5.830 5.830
Flüssige Mittel Kredite und Forderungen 70.388 70.388 75.458 75.458
Summe 466.290 446.290 469.757 469.757
Bewertungskategorie
nach IAS 39
Buchwert Beizulegender Zeitwert Buchwert Beizulegender Zeitwert
in t€ in t€ in t€ in t€
28.02.2010 28.02.2009
Finanzielle Verbindlichkeiten        
Anleihen Zu (fortgeführten)
Anschaffungskosten
gehaltene Verbindlichkeiten
0 0 20.000 20.000
Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten
Zu (fortgeführten)
Anschaffungskosten
gehaltene Verbindlichkeiten
455.346 457.617 635.741 635.482
Verbindlichkeiten
gegenüber verbundenen Unternehmen
Zu (fortgeführten)
Anschaffungskosten
gehaltene Verbindlichkeiten
100.000 101.457
Finanzierungsleasing - 115 115 154 154
Finanzverbindlichkeiten 555.461 559.189 655.895 655.636
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
Zu (fortgeführten)
Anschaffungskosten
gehaltene Verbindlichkeiten
210.075 210.075 225.963 225.963
Verbindlichkeiten aus der
Restrukturierungsabgabe
Zu (fortgeführten)
Anschaffungskosten
gehaltene Verbindlichkeiten
0 0 69.652 69.652
Sonstige Verbindlichkeiten2 Zu (fortgeführten)
Anschaffungskosten
gehaltene Verbindlichkeiten
74.403 74.403 59.056 59.056
Verbindlichkeiten
aus derivativen
Finanzinstrumenten
Derivate erfolgswirksam
mit beizulegendem Zeitwert
4.169 4.169 14.580 14.580
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten
288.647 288.647 369.251 369.251
Summe 844.108 847.836 1.025.146 1.024.887

1 Ohne sonstige Steuerforderungen, positive Marktwerte von Derivaten, geleistete Anzahlungen und Abgrenzungen, die zu keinem Zahlungszufluss führen.
2 Ohne Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern, im Rahmen der sozialen Sicherheit, negative Marktwerte von Derivaten, erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen sowie Abgrenzungen.

Die im Vorjahr zu Handelszwecken gehaltenen Wertpapiere wurden in Übereinstimmung mit IAS 8 als zur Veräußerung verfügbar dargestellt.

28.02.2010 28.02.2009
Buchwert Beizulegender
Zeitwert
Buchwert Beizulegender
Zeitwert
in t€ in t€ in t€ in t€
Summe je Bewertungs-
kategorie nach IAS 39
Zur Veräußerung verfügbare
finanzielle Vemögenswerte
23.774 23.774 25.665 25.665
Zur Veräußerung verfügbare
finanzielle Vemögenswerte
(zu Anschaffungskosten)
90.877 90.877 86.523 86.523
Erfolgswirksam zum beizu-
legenden Zeitwert bilanzierte
finanzielle Vermögenswerte
(zu Handelszwecken gehalten)
0 0 0 0
Kredite und Forderungen 347.170 347.170 354.961 354.961
Zu fortgeführten
Anschaffungskosten
gehaltene Verbindlichkeiten
-839.824 -843.552 -1.010.413 -1.010.153
Derivate erfolgsneutral
mit beizulegendem Zeitwert
778 778 718 718
Derivate erfolgswirksam
mit beizulegendem Zeitwert
-478 -478 -12.690 -12.690

Die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente wurden auf Basis der am Bilanzstichtag zur Verfügung stehenden Marktinformationen und anhand der nachfolgend dargestellten Methoden und Prämissen ermittelt.

Die Beteiligungen des langfristigen Vermögens und die Wertpapiere des lang- und kurzfristigen Vermögens enthalten zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere („available for sale“). Diese werden zu Marktwerten bewertet, die den Börsenkursen zum Bilanzstichtag entsprechen.

Bei Wertpapieren des kurzfristigen Vermögens, die für Handelszwecke gehalten werden, erfolgt die Bewertung ebenfalls zu Marktwerten, die den Börsenkursen zum Bilanzstichtag entsprechen.

Sonstige Beteiligungen und die Wertpapiere, für die keine beizulegenden Zeitwerte bestimmt werden konnten, da Markt- oder Börsenwerte aufgrund fehlender aktiver Märkte nicht vorhanden waren, wurden zu Anschaffungskosten (at cost) bewertet. Hierbei handelt es sich vor allem um nicht börsennotierte Gesellschaften, bei denen infolge nicht zuverlässig bestimmbarer Cashflows auf eine Anteilsbewertung durch Abzinsung künftig erwarteter Cashflows verzichtet wurde. Bei diesen Anteilen wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen.

Da die langfristigen Ausleihungen variabel verzinst sind, entspricht der Buchwert im Wesentlichen dem Marktwert.

Aufgrund der kurzfristigen Laufzeiten der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, der sonstigen Forderungen sowie der Zahlungsmittel wird unterstellt, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen.

Die positiven und negativen Marktwerte aus Zins-, Währungs- und Rohstoffderivaten betreffen sowohl Fair Value- als auch Cashflow-Hedges. Im Fall der Zinssicherungsgeschäfte wurden die Marktwerte auf Basis diskontierter, künftig erwarteter Cashflows ermittelt. Die Bewertung der Devisentermingeschäfte erfolgt auf der Grundlage von Referenzkursen unter der Berücksichtigung von Terminauf- bzw. -abschlägen. Die Marktwerte für Zins- und Rohstoffderivate werden den zum Bilanzstichtag eingeholten Bankbestätigungen entnommen. Die Marktwerte von Währungsderivaten entsprechen der Differenz zwischen den von AGRANA zum Bilanzstichtag ermittelten Forward Rates und dem gesicherten Wechselkurs. Den zur Ermittlung der Forward Rate herangezogenen Zinssätzen und Wechselkursen liegen die Notierungen der EZB bzw. der Nationalbanken zugrunde. Die konzernintern ermittelten Marktwerte können aufgrund von unterschiedlichen Zinssätzen in Einzelfällen unwesentlich von den Bankberechnungen abweichen.

Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, aus der Restrukturierungsabgabe, dem Erwerb der Zusatzquote sowie den kurzfristigen sonstigen Verbindlichkeiten wird angenommen, dass aufgrund der kurzen Laufzeiten die beizulegenden Zeitwerte den ausgewiesenen Buchwerten entsprechen.

Die langfristigen sonstigen Verbindlichkeiten werden generell mit ihren Barwerten bilanziert. Entsprechend wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen.

Die nachfolgende Aufstellung zeigt, wie die beizulegenden Zeitwerte (je Klasse von Finanzinstrumenten) ermittelt wurden. Dabei wurde eine Klassifizierung in drei Hierarchien vorgenommen, die die Marktnähe der in der Ermittlung eingehenden Daten widerspiegelt:

Die verschiedenen Levels wurden wie folgt bestimmt:

  • Level 1: Börsen- oder Marktpreis auf einem aktiven Markt für dieses Instrument (ohne Anpassungen oder geänderte Zusammensetzung)
  • Level 2: Börsen- oder Marktpreis auf einem aktiven Markt für ähnliche Vermögenswerte oder Schulden oder andere Bewertungsmethoden, für die signifikante Eingangsparameter auf beobachtbaren Marktdaten basieren
  • Level 3: Bewertungsmethoden, für die signifikante Eingangsparameter, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren, herangezogen werden.

Die Finanzinstrumente wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung mit folgenden Nettoergebnissen je Bewertungskategorie erfasst:

8.4. RISIKOMANAGEMENT IN DER AGRANA-GRUPPE

Die AGRANA-Gruppe unterliegt Marktpreisrisiken durch Veränderung von Wechselkursen, Zinssätzen und Aktienkursen. Auf der Beschaffungsseite bestehen Commodity-Preis-Risiken im Wesentlichen in Form von Energiekosten im Rahmen der Zuckererzeugung und von Weizen- und Maiskosten im Rahmen der Bioethanolproduktion. Darüber hinaus unterliegt der Konzern Kreditrisiken, die insbesondere aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen resultieren.

AGRANA setzt ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifischen Risiken ein. Der erfolgreiche Umgang mit Risiken wird von der Zielsetzung geleitet, eine ausgewogene Balance von Ertrag und Risiko zu erreichen. Die Risikokultur des Unternehmens ist gekennzeichnet durch risikobewusstes Verhalten, klare Verantwortlichkeiten, Unabhängigkeit im Risikocontrolling sowie durch die Implementierung interner Kontrollen.

AGRANA begreift einen verantwortungsvollen Umgang mit unternehmerischen Risiken und Chancen als wichtigen Bestandteil einer nachhaltigen, wertorientierten Unternehmensführung. Das Risikomanagement ist daher integrales Element der gesamten Planungs-, Steuerungs- und Berichterstattungsprozesse und wird durch den Vorstand vorgegeben. Die Mutter- und alle Tochtergesellschaften setzen Risikomanagementsysteme ein, die auf das jeweils spezifische operative Geschäft zugeschnitten sind. Sie zielen auf die systematische Identifikation, Bewertung, Kontrolle und Dokumentation von Risiken ab.

Das Risikomanagement der AGRANA-Gruppe basiert auf dem Risikocontrolling auf operativer Ebene, auf einem strategischen Beteiligungscontrolling und einem internen Überwachungssystem, das durch die Konzernrevision wahrgenommen wird.

Ergänzend hierzu werden Entwicklungstendenzen, die für die AGRANA-Gruppe bestandsgefährdenden Charakter entfalten könnten, bereits frühzeitig identifiziert, analysiert und im Rahmen des Risikomanagements fortlaufend neu bewertet.

Kreditrisiko
Das Kreditrisiko stellt die Gefahr eines ökonomischen Verlustes dar, weil ein Kontrahent seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt. Bestandteile des Kreditrisikos sind sowohl das Risiko der Verschlechterung der Bonität als auch das unmittelbare Ausfallrisiko.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der AGRANA-Gruppe bestehen überwiegend gegenüber der Lebensmittelindustrie, der chemischen Industrie sowie dem Einzelhandel. Das Kreditrisiko bezüglich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird auf Basis von internen Richtlinien gesteuert. So werden Neukunden generell einer Bonitätsprüfung unterzogen. Daneben kommen Warenkreditversicherungen sowie Kreditsicherheiten wie Bankbürgschaften zum Einsatz.

Für das verbleibende Restrisiko der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden Wertberichtigungen angesetzt. Die maximale Risikoposition aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht dem Buchwert dieser Forderungen. Die Buchwerte der überfälligen sowie der wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind unter Punkt 7.5 des Anhangs angegeben.

Das maximale Kreditrisiko der Beteiligungen, Ausleihungen und sonstigen Forderungen entspricht dem Buchwert dieser Instrumente und ist nach Einschätzung durch AGRANA von untergeordneter Bedeutung.

AGRANA unterhält Geschäftsbeziehungen mit vielen großen internationalen Industriekunden erster Bonität.

Liquiditätsrisiko
Das Liquiditätsrisiko beschreibt die Gefahr, dass ein Unternehmen seine finanziellen Verpflichtungen nicht fristgerecht bzw. nicht in ausreichendem Maß bedienen kann.

Die AGRANA-Gruppe generiert Liquidität durch das operative Geschäft sowie durch externe Finanzierungen. Die Mittel dienen der Finanzierung von Working Capital, Investitionen und Akquisitionen.

Um die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität der Gruppe sicherzustellen, wird eine Liquiditätsreserve in Form von Kreditlinien und, sofern erforderlich, in Form von Barmitteln vorgehalten.

Zur Steuerung der saisonal schwankenden Liquiditätsströme werden sowohl kurz- als auch langfristige Finanzierungen im Rahmen des täglichen Finanzmanagements durchgeführt.

Die nachstehende Fälligkeitsübersicht zeigt, wie die Cashflows der Verbindlichkeiten per 28. Februar 2010 die Liquiditätssituation des Konzerns beeinflussen. Sämtliche Zahlungsabflüsse sind undiskontiert.

Die undiskontierten Zahlungsabflüsse unterliegen der Bedingung, dass die Tilgung von Verbindlichkeiten auf den frühesten Fälligkeitstermin bezogen ist. Die Ermittlung von Zinsauszahlungen von Finanzinstrumenten mit variabler Verzinsung erfolgt auf Basis der zuletzt gültigen Zinssätze.

Währungsrisiken
Infolge der weltweiten Ausrichtung des AGRANA-Konzerns sind sowohl das operative Geschäft als auch das Finanzergebnis und die Zahlungsströme mit Risiken aus Wechselkursschwankungen behaftet. Die wesentlichen Fremdwährungsrelationen sind im Verhältnis zum Euro der polnische Zloty, der rumänische Leu, der russische Rubel, der ungarische Forint, die ukrainische Hrivna und der US-Dollar.

Der AGRANA-Konzern hat finanzielle Forderungen bzw. Verbindlichkeiten in fremden Währungen, die bis zu ihrer Erfüllung noch dem Risiko der Abwertung bzw. Aufwertung unterliegen. Finanzverbindlichkeiten, die einem Währungsrisiko ausgesetzt sind, da deren funktionale Währung von der Vertragswährung abweicht, betragen 63.410 (Vorjahr 152.175) t€.

Das wesentliche Wechselkursrisiko entsteht im operativen Geschäft, wenn Umsatzerlöse in einer von den zugehörigen Kosten abweichenden Währung anfallen.

Dem Segment Zucker zugehörige Konzerngesellschaften mit Sitz in Mitgliedsländern der Europäischen Union, deren Landeswährung nicht der Euro ist, unterliegen einem Wechselkursrisiko aus der Zuckermarktordnung zwischen dem Euro und ihrer jeweiligen Landeswährung, da die Rübenpreise für die jeweilige Kampagne EU-weit in Euro festgelegt werden. Die Tochtergesellschaften in Rumänien und Bosnien unterliegen eigenen Währungsrisiken durch den Rohzuckereinkauf in US-Dollar.

Im Segment Stärke ergeben sich derzeit Fremdwährungsrisiken aus Finanzierungen, die nicht in der Landeswährung durchführt werden.

Im Segment Frucht ergeben sich Risiken aus Wechselkursen, wenn Umsatzerlöse und Materialeinkauf auf Fremdwährungen und nicht auf Landeswährung lauten. Darüber hinaus ergeben sich Risiken aus Finanzierungen, die nicht der Landeswährung entsprechen.

Zur Absicherung der Risiken setzt der AGRANA-Konzern als aktives Sicherungsinstrument hauptsächlich Devisentermingeschäfte ein. Mit diesen wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr die Umsatzerlöse, Einkaufsverpflichtungen sowie Fremdwährungsfinanzierungen in Höhe von brutto 280.873 t€ gegen Kursschwankungen gesichert. Im Wesentlichen bestanden Sicherungen für den ungarischen Forint in Höhe von 98.406 (Vorjahr 95.377) t€ [27.784.567 (Vorjahr 24.186.638) tHUF], für den US-Dollar von 42.151 (Vorjahr 74.210) t€ [59.585 (Vorjahr 109.887) tUSD], für die tschechische Krone von 18.845 (Vorjahr 12.207) t€ [477.421 (Vorjahr 304.275) tCZK], den rumänischen Leu in Höhe von 81.191 (Vorjahr 126.928) t€ [343.182 (Vorjahr 311.658) tRON].

Der Bestand an Finanzanlagen und -verbindlichkeiten in Fremdwährungen ist in der AGRANA-Gruppe insgesamt von untergeordneter Bedeutung.

Im Rahmen der Sensitivitätsanalyse werden die Änderungen von Währungsparitäten auf Konzernergebnis und Eigenkapital simuliert. Dabei werden die maßgeblichen Positionen Umsatzerlöse, Materialaufwand und Fremdwährungsfinanzierungen herangezogen und unter Anwendung eines Stresstests bewertet. In der gewählten Methode wurde von einer Aufwertung des Euro ausgegangen, um das latent vorhandene Risiko darzustellen. Wenn demzufolge der Euro gegenüber nachstehenden Währungen während des Geschäftsjahres 2009|10 um 10 % aufgewertet gewesen wäre, wäre das Konzernergebnis bzw. das Eigenkapital um 1.356 (Vorjahr –13.699) t€ höher (Vorjahr: niedriger). Die möglichen Auswirkungen der übrigen im AGRANA-Konzern vorhandenen Währungsrelationen sind sowohl einzeln als auch in Summe von untergeordneter Bedeutung.

Zinsrisiken
Die AGRANA-Gruppe unterliegt Zinsrisiken hauptsächlich in der Euro-Zone.

Zinsänderungsrisiken werden gemäß IFRS 7 mittels Sensitivitätsanalysen dargestellt. Diese stellen die Auswirkungen von Änderungen der Marktzinssätze auf Zinszahlungen, Zinserträge und -aufwendungen sowie gegebenenfalls auf das Eigenkapital dar. Den Zinssensitivitätsanalysen lagen die folgenden Prämissen zugrunde:

Marktzinssatzänderungen von originären Finanzinstrumenten mit fester Verzinsung wirken sich nur dann auf das Zinsergebnis aus, wenn diese mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet sind. Demnach unterliegen alle zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumente keinen Zinsänderungsrisiken im Sinne von IFRS 7.

Demzufolge unterliegen die variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten dem Risiko von Zinsänderungen. Zur Absicherung hiergegen wurden für einen Teil der Finanzverbindlichkeiten Zinsswaps abgeschlossen und eine fixe Verzinsung erreicht. Für die verbleibenden Finanzverbindlichkeiten mit variabler Verzinsung wäre bei einer Erhöhung des Marktzinsniveaus zum 28. Februar 2010 um 100 Basispunkte das Ergebnis um 2.825 (Vorjahr 3.589) t€ geringer gewesen. Die hypothetische Ergebnisauswirkung ergibt sich aus originären, variabel verzinslichen Finanzschulden von 282.511 (Vorjahr 388.867) t€.

Commodity-Preis-Risiken
Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit ist AGRANA einem Marktpreisrisiko aus dem Bezug von Rohstoffen ausgesetzt. Im Rahmen der Herstellung von Bioethanol sind die bei weitem größten Kostenfaktoren die benötigten Rohstoffe Mais und Weizen, im Segment Zucker wird der Bezug von Rohzucker schlagend.

Zum Bilanzstichtag bestanden Rohstoffderivate für den Einkauf von Rohzucker für Osteuropa über 12.446 (Vorjahr 12.193) Tonnen, für den Verkauf von Weißzucker 11.350 (Vorjahr 0) Tonnen sowie für den Erwerb von Weizen für die österreichische Bioethanolproduktion über 22.000 (Vorjahr 19.550) Tonnen. Insgesamt entsprechen diese Positionen einem Kontraktvolumen von 16.991 (Vor jahr 4.989) t€ und hatten – basierend auf den zugrunde liegenden Abschlusspreisen – einen positiven Marktwert von 616 (Vorjahr 803) t€. Eine Veränderung der Rohstoffpreise von +10 % (–10 %) würde eine Wertveränderung der bestehenden Rohstoffderivate von 525 (234) [Vorjahr 412 (–713)] t€ ergeben.

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Konzernabschluss : Konzernanhang der AGRANA-Gruppe : Erläuterungen zu Finanzinstrumenten
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