Die langfristigen Entwicklungstrends sind für AGRANA unverändert intakt. Der Trend zu höherwertiger, gesunder Ernährung und der steigende private Konsum bleiben Wachstumsmotoren für die Segmente Zucker, Stärke und Frucht. Zudem sollen die segmentübergreifenden Verkaufsaktivitäten durch gezieltes Cross Selling intensiviert werden.
Basierend auf einer soliden Bilanzstruktur zum 28. Februar 2010 hat AGRANA für das Geschäftsjahr 2010|11 eine sehr gute Ausgangssituation. Durch langfristig wirksame Strukturverbesserungen soll die Ertragslage der AGRANA im laufenden Geschäftsjahr abgesichert und das Wachstum selektiv vorangetrieben werden. Die Marktstellung in den angestammten Märkten soll selbst unter den anhaltend volatilen Rahmenbedingungen kontinuierlich verstärkt werden.
Geschäftsjahr 2010|11:
Konzernumsatz auf Vorjahresniveau erwartet, positive Effekte im operativen Ergebnis durch bereits eingeleitete Optimierungsschritte.
Aus heutiger Sicht rechnet AGRANA für das Geschäftsjahr 2010|11 mit einem Konzernumsatz auf Vorjahresniveau infolge der niedrigeren Verkaufspreise. Im Segment Zucker zeigt sich für den Absatz von Quotenzucker, bedingt durch die europäische Produktionsquote, ein eingeschränktes Wachstum. Mit der Herstellung von Nicht-Quotenzucker soll die Anlagenauslastung der AGRANA-Zuckerfabriken sichergestellt werden. Für die Raffination in Rumänien und Bosnien-Herzegowina sollten die Normalisierung des Weltmarktzuckerpreises und der Wegfall der Übergangsregelung innerhalb der EU zur Stabilisierung der Absatzsituation beitragen. Die Entwicklung der Commodities im Segment Stärke wird mit einer konjunkturbedingt geringen Wachstumsrate im einstelligen Prozentbereich eingeschätzt. Hingegen werden auf Basis AGRANA-interner Schätzungen zweistellige Zuwächse für Bauprodukte, Sackkleber, Bio-Produkte sowie Spezialitäten unterstellt. Der Wegfall der Quotenregelung und die Entkoppelung für Kartoff elstärke werden mittelfristig für AGRANA einen Rückgang des Gesamtmarktes bedeuten. Für Isoglukose ist das Wachstum quotenbedingt limitiert. Für den Fruchtzubereitungsbereich wird eine Fortsetzung der positiven Mengenentwicklung gesehen. Neben innovationsbedingtem Wachstum in etablierten Märkten setzt die Erschließung neuer Märkte wie zum Beispiel im nordafrikanischen und arabischen Raum durch die Gründung eines Joint Ventures in Ägypten einen zusätzlichen Akzent. Bei Fruchtsaftkonzentraten werden sowohl in neuen regionalen Märkten als auch durch eine erweiterte Produktpalette weitere Mengensteigerungen erwartet.
Für das operative Konzernergebnis ist davon auszugehen, dass sich die eingeleiteten Optimierungsschritte auch im Geschäftsjahr 2010|11 positiv niederschlagen und das Niveau des Geschäftsjahres 2009|10 übertroff en wird. Die verbesserte Einkaufspolitik sowie die Bemühungen um ein konsequentes Kostenmanagement in allen Bereichen sollen zur Absicherung der Ertragssituation beitragen. In den Segmenten Zucker und Frucht erwartet AGRANA eine Steigerung der operativen Ergebnisse, während das Segment Stärke nicht an die Ertragslage des Vorjahres anschließen wird. Die geplante Ergebnisverbesserung im Segment Zucker beruht auf guten Fabriksauslastungen und weiteren Kostenreduktionen. Im Segment Stärke rechnet AGRANA mit moderat steigenden Rohstoffpreisen. Die wesentlichen Mengen für den Rohstoffbedarf im Geschäftsjahr 2010|11 wurden bereits bis zum Beginn der neuen Ernte 2010 vertraglich fixiert.
Mit der Ausweitung der Bioethanolkapazitäten in Europa soll die gesamte Bioethanolproduktion in der Europäischen Union im Jahr 2010 gegenüber 2009 voraussichtlich um rund 18 % auf rund sieben Millionen Kubikmeter steigen. Die Nachfrage könnte durch eine verpflichtende Beimischung zum Benzin von bis zu zehn Prozent ab Ende des Jahres 2010 ansteigen. Bei der Rohwarenbeschaffung für Fruchtzubereitungen geht AGRANA gegenüber dem tiefen Preisniveau im Jahr 2009 von einem leicht ansteigenden Rohwarenpreis aus. Zusätzlich strebt AGRANA an, den Marktanteil im russischen Markt auszubauen und den Ausbau der Produktionskapazitäten vor Ort voranzutreiben.
Das Risikomanagement für AGRANA Juice wurde im Geschäftsjahr 2009|10 weiterentwickelt und ausgebaut, sodass die Ergebnisauswirkung extremer Preisausschläge verringert wird. In diesem Sinn wird bereits während der Verarbeitungssaison ein Großteil der produzierten Apfelsaftkonzentratmenge an Verkaufskontrakte geknüpft. AGRANA rechnet für das Geschäftsjahr 2010|11 mit einem normalen Ernteverlauf für die Konzentratproduktion und einem etwas höheren Rohstoff - und Produktpreisniveau aus der neuen Kampagne 2010.
