AGRANA ist Risiken durch Veränderungen von Wechselkursen, Zinssätzen und Produktpreisen ausgesetzt. Zur Absicherung dieser Risiken aus der operativen Geschäfts- und Finanzierungstätigkeit werden in einem begrenzten Umfang derivative Instrumente eingesetzt. Dabei sichert sich AGRANA im Wesentlichen gegen folgende Risiken ab:
Zinsänderungsrisiken
Zinsänderungsrisiken sind durch Wertschwankungen von Finanzinstrumenten infolge einer Änderung des Marktzinssatzes bestimmt (zinsbedingtes Kursrisiko). Variabel verzinsliche Anlagen oder Aufnahmen unterliegen dagegen keinem Kursrisiko, da der Zinssatz zeitnah der Marktzinslage angepasst wird. Durch die Schwankung des kurzfristigen Zinssatzes ergibt sich aber ein Risiko hinsichtlich der künftigen Zinszahlung (zinsbedingtes Zahlungsstromrisiko). Im Rahmen der Umsetzung von IFRS 7 wurde eine Sensitivitätsanalyse in Bezug auf Zinsänderungen durchgeführt, die im Konzernanhang im Detail dargestellt ist.
Währungsrisiken
Währungsrisiken können im Wesentlichen aus dem Erwerb und Verkauf von Waren auf dem Weltmarkt in Fremdwährungen sowie aufgrund von Finanzierungen in Fremdwährungen bzw. lokalen Eurofinanzierungen entstehen. Durch die globale Ausrichtung der AGRANA-Gruppe betreffen diese Risiken vor allem die Kursrelationen von US-Dollar, ungarischem Forint, polnischem Zloty, rumänischem Leu, ukrainischem Hrivna bzw. russischem Rubel zum Euro.
Produktpreisrisiken
Produktpreisrisiken ergeben sich aus Preisschwankungen auf dem Welt- sowie dem Energiemarkt und den relevanten Rohstoffmärkten. Die Beteiligungen in Rumänien und Bosnien-Herzegowina unterliegen einem zusätzlichen Währungsrisiko durch den Rohzuckereinkauf in US-Dollar.
Liquiditätsrisiken
Liquiditätsrisiken infolge von Schwankungen im Cashflow werden durch die Liquiditätsplanung erkannt, die einen integrierten Bestandteil der Unternehmensplanung und des Berichtssystems bildet, was wiederum eine rechtzeitige Einleitung von Maßnahmen zur Gegensteuerung ermöglicht. Ausreichende, von Kreditinstituten zugesagte Kreditlinien sichern jederzeit die Liquidität der AGRANA-Gruppe.
Risiken aus Forderungsausfällen
Risiken aus Forderungsausfällen werden durch die laufende Überprüfung der Bonität und des Zahlungsverhaltens der Kunden sowie durch die Vorgabe strikter Obergrenzen für offene Forderungen minimiert. Teilweise bestehen Warenkreditversicherungen gegen Forderungsausfälle. Besonderes Augenmerk wird auf die ausgezeichnete Bonität von Geschäftspartnern und Kreditinstituten gelegt. Das verbleibende Risiko wird durch Rückstellungen in angemessener Höhe abgedeckt.
Als Sicherungsinstrument setzt AGRANA vorrangig Devisentermingeschäfte ein, mit denen die in Fremdwährung anfallenden Zahlungsströme gegen Kursschwankungen abgesichert werden. Bei Vertragsabschluss in Ländern mit volatilen Währungen wird verstärkt auf eine Verkürzung von Zahlungsfristen, auf Indexierung von Fremdwährungen zum Euro oder US-Dollar zum Zahlungszeitpunkt, höhere Vorauszahlungen und analoge Sicherungsmechanismen geachtet. Eine detaillierte Darstellung dieser finanziellen Risiken erfolgt im Konzernanhang.
