Die Ernteschätzungen des internationalen Getreiderates (IGC – International Grains Council) in London zeigen weltweit eine gute Versorgungslage mit Getreide. Für das laufende Getreidewirtschaftsjahr 2009|10 (Juli 2009 bis Juni 2010) wird die zweitgrößte Weltgetreideernte erwartet. Umgelegt auf die weltweite Maisproduktion 2009|10 bedeutet dies einen Anstieg um 6,0 Mio. Tonnen auf 797 Mio. Tonnen. Für Weizen schätzt IGC für die Ernte 2009|10 einen moderaten Rückgang auf 675 (Vorjahr 686) Mio. Tonnen.
Die europäische Ernte 2009 brachte in der EU-27 nach Einschätzung von Stratégie Grains eine Erntemenge von rund 57 (Vorjahr 63) Mio. Tonnen Mais und rund 130 (Vorjahr 120) Mio. Tonnen Weizen. Für Mais gab es im Wirtschaftsjahr 2009|10 letztmalig die Interventionsmöglichkeit von 700.000 Tonnen. Der Großteil der Interventionsmenge von rund 550.000 Tonnen stammte aus Ungarn und der Slowakei.
Die gute Versorgungslage schlug sich in den Rohstoff notierungen an der Pariser Warenterminbörse Euronext LIFFE (vormals MATIF) nieder. Nach sehr volatilen Bewegungen zeigten die Preise deutliche Abschwächungstendenzen infolge der Ernteaussichten. Derzeit scheint der Boden der Getreidepreise erreicht. Prognosen für die Ernte 2010 (Getreidewirtschaftsjahr 2010|11) gehen von einer sowohl welt- als auch europaweiten Einschränkung der Getreideproduktion um rund 1,5 % aus.
Maisstärke
Die gesamte Maisverarbeitungsmenge (ohne Bioethanolverarbeitung) in den AGRANA-Stärkefabriken (inklusive 50 %-Anteil HUNGRANA) erhöhte sich im Geschäftsjahr 2009|10 auf rund 630.900 (Vorjahr 593.300) Tonnen. Davon betraf die Verarbeitung von erntefrischem Nassmais eine Menge von 182.400 (Vorjahr 163.700) Tonnen. Die Produktion von Stärkehauptprodukten (ohne Bioethanol und ohne Nebenprodukte) lag bei 540.600 (Vorjahr 512.200) Tonnen.
Trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes, vor allem für technische Ver edelungsstärken (Non-Food), lag die Auslastung der Fabriken auf hohem Niveau. Konjunkturbedingt waren phasenweise Schwankungen bei Produkten für die Papierund Wellpappeindustrie sowie eine Stagnation bei Produkten für die Bauindustrie zu verzeichnen. Dies konnte AGRANA im Lebensmittelbereich mit höheren Produktionsmengen von Verzuckerungsprodukten wie Isoglukose und Flüssigdextrose sowie nativen Stärken kompensieren.
Kartoffelstärke
In der Kampagne 2009 hat die österreichische Stärkefabrik in Gmünd in 111 (Vorjahr 116) Tagen rund 187.400 (Vorjahr 198.500) Tonnen Stärkeindustriekartoff eln zu 40.200 (Vorjahr 42.400) Tonnen Kartoffelstärke verarbeitet. Dabei lag der Bio-Anteil bei rund 2,7 % (Vorjahr 3,2 %) gemessen an der Einsatzmenge. Für das Anbaujahr 2010 steht eine uneingeschränkte Quotenhöhe von 47.691 Tonnen Kartoffelstärke zur Verfügung, für die Kontrakte mit den Landwirten abgeschlossen wurden. Aus rund 25.000 Tonnen Speiseindustriekartoffeln wurden etwa 4.000 Tonnen Kartoffeldauerprodukte produziert. Davon lag der Bio-Anteil bei 22 %.

