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Vorwort des Vorstandsvorsitzenden

ich freue mich, über ein Rekordjahr 2010|11 berichten zu können. Trotz eines extrem volatilen Geschäftsumfelds gelang es, den Umsatz um 8,9 % auf rund 2,2 Mrd. € zu steigern. Das operative Ergebnis erreichte 128,1 m€ und übertraf den Vorjahreswert somit um 39,4 %.

Die Basis dieser erfreulichen Entwicklung bildeten die gezielten Investitionen in unsere Produktionskapazitäten in Ungarn, in das Stärkegeschäft in Österreich, in das Bioethanolgeschäft und in das Zucker- und Fruchtsegment, die im abgelaufenen Geschäftsjahr in wiederum deutlich gestiegenen Absatzmengen mündeten. Diese positive Volumensentwicklung wird auch im kommenden Jahr den nötigen Rückenwind geben.

Wir blicken auf das bisher erfolgreichste Geschäftsjahr zurück – Herausforderung der volatilen Märkte gemeistert.

Doch nun zur Entwicklung des abgelaufenen Geschäftsjahres 2010|11. Die hohe Volatilität der Weltmarktpreise von agrarischen Rohstoffen war für uns letztes Jahr eine der größten Herausforderungen. Der Schlüssel zum Erfolg lag darin, einerseits Preisänderungen auf der Einkaufsauch zeitnah auf der Verkaufsseite unterzubringen und andererseits durch interne organisatorische und strukturelle Anpassungen in einem wesentlichen Ausmaß Kosten einzusparen. Durch diese Maßnahmen konnten wir uns auch schneller und flexibler auf die geänderten Marktbedingungen einstellen und die Effizienz deutlich erhöhen. So wurde die Durchlässigkeit und Koordination zwischen den verschiedenen Segmenten und Fachbereichen erhöht. Im Vertrieb etwa setzten wir verstärkt auf Cross-Selling-Aktivitäten zwischen den Segmenten, in den Bereichen Einkauf und Logistik bündelten wir unsere internen Tätigkeiten, um Skalenvorteile zu lukrieren.

Wir haben letztes Jahr wahrlich ein Synergiepaket geschnürt, um so flexibler und effizienter auf die zunehmend komplexeren Rahmenbedingungen reagieren zu können. Risikoausgleich und Diversifikation in Form einer guten Balance zwischen den drei gleichbedeutenden Geschäftsbereichen waren und sind dabei für uns äußerst wichtig.

 

SEGMENT Zucker

Auf dem Zuckermarkt war im ersten Jahr, in dem die Rahmenbedingungen nach der Reform der EU-Zuckermarktordnung in ihrer bis 2015 gültigen Form wirksam waren, eine preisliche Erholung der Märkte zu beobachten. Beim Nicht-Quotenzucker-Absatz konnten wir erfreuliche Zuwachsraten erzielen. Zudem lag der Weltmarktpreis insbesondere im zweiten Halbjahr deutlich über den Preisen in Europa.

Der Umsatz im Segment Zucker stieg im Geschäftsjahr 2010|11 um 4,2% auf 713,1 m€. Das operative Ergebnis konnte mit 33,1 m€ im Vergleich zum Vorjahr ebenso mehr als verdoppelt werden wie die Operative Marge von 4,6%. AGRANA wird weiterhin an der Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit arbeiten und die regionale Marktdurchdringung forcieren.

SEGMENT STÄRKE

Auch in diesem Geschäftsbereich konnten wir im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich höhere Verkaufsmengen bei allen Haupt- und Nebenproduktgruppen verzeichnen. Die Marktentwicklung war in sämtlichen Sektoren von einer starken Nachfrage gekennzeichnet. Der Geschäftsverlauf in der Bioethanolsparte war ebenfalls sehr positiv.

Mit einem Umsatzwachstum von 16,8% auf 583,2 m€ und einem Anstieg des operativen Ergebnisses um 17,3% auf 48,2 m€ ist Stärke AGRANAs am deutlichsten wachsendes Segment. Gleichzeitig wurde in diesem Bereich mit 8,3% erneut die höchste Operative Marge all unserer Segmente erzielt. Im Bereich Stärkegewinnung werden wir weiter investieren, um „Bottlenecks“ in der Produktion zu entfernen und das Nachfragewachstum bestmöglich nutzen zu können.

SEGMENT FRUCHT

AGRANA ist Weltmarkführer im Bereich Fruchtzubereitungen und ein führender Produzent von Fruchtsaftkonzentraten in Europa. Speziell im Konzentratbereich konnten wir unsere Leistung im Berichtszeitraum verbessern. Durch das geplante neue Gemeinschaftsunternehmen mit der Ybbstaler Fruit Austria GmbH sollen die Kapazitäten bei Produktion und Handel im Fruchtsaftbereich deutlich ausgebaut und die Schlagkraft unseres Unternehmens weiter erhöht werden.

Im Segment Frucht wurde der Umsatz um 7,9% auf 869,6 m€ erhöht. Das operative Ergebnis erreichte 46,7 m€ und auch die Operative Marge konnte von 4,4% im Vorjahr auf 5,4% verbessert werden. Unser Ziel ist es, die weltweite Marktdurchdringung zu erhöhen und unsere Marktposition mit individuellen Produkten zu festigen.

AUSBLICK

Das Thema Synergie zog sich die letzten Jahre als roter Faden durch alle unsere Geschäftsbereiche und -aktivitäten. Im Geschäftsjahr 2011|12 werden wir diesen Weg auf den bisherigen Erfahrungen aufbauend fortsetzen. So soll beispielsweise durch die verstärkte Nutzung von Nebenprodukten unsere Effizienz und Nachhaltigkeit gesteigert werden. Ein konkretes Beispiel dafür ist die Errichtung einer neuen Weizenstärkeanlage am Standort der Bioethanolfabrik in Pischelsdorf|Österreich. Die bei der Herstellung von Weizenstärke und -Gluten ungenutzt bleibenden Rohstoffbestandteile sollen zukünftig in der Bioethanolerzeugung verwertet werden.

Nach drei Geschäftsjahren, in denen wir gezielt, aber zurückhaltend investierten, werden wir heuer rund 100 m€ für nachhaltige Produktionserweiterungen und die Energieeffizienz steigernde Optimierungen ausgeben. Dennoch gehe ich davon aus, dass wir die Konzernverschuldung konstant halten können. Mit den angesprochenen Investitionen, der gesteigerten Effizienz und Flexibilität sowie unserer stetigen Lern- und Entwicklungskurve über die letzten Jahre werden wir das Umsatz- und Ergebniswachstum in all unseren Segmenten weiter vorantreiben. Vor diesem Hinter grund hat der Vorstand beschlossen, der kommenden Hauptversammlung eine Erhöhung der Dividende auf 2,40 € vorzuschlagen.

AGRANA begeht im Jahr 2011 ihr 20-jähriges Börsejubiläum. Neben der Öffnung des Eisernen Vorhangs, der Internationalisierung des Konzerns, dem Beitritt Österreichs zur Europäischen Union zählt der Börsegang sicherlich zu den Meilensteinen in der Geschichte des Unternehmens. Die Anforderungen des Kapitalmarktes insbesondere in Hinblick auf Transparenz und Corporate Governance verändern und prägen ein Unternehmen und dessen Kultur. Ich habe das immer äußerst positiv empfunden. Ebenso schätze ich unsere stabile Aktionärsstruktur, die sicherlich auch bei der Bewältigung von Problemen in schwierigeren Geschäftsphasen half und auch zukünftig helfen wird.

Abschließend möchte ich im Namen des Vorstandes unseren Mitarbeitern für ihren Einsatz und ihre Loyalität, unseren Geschäftspartnern für die gute Zusammenarbeit und unseren Aktionären für ihr Vertrauen danken.

Mit freundlichen Grüßen

Johann Marihart
Vorsitzender des Vorstandes