Erläuterungen zur Bilanz

9.1. Immaterielle Vermögenswerte

in t€ Geschäfts-/
Firmenwerte
Konzessionen,
Lizenzen,
Zuckerquote,
ähnliche Rechte
Summe
GESCHÄFTSJAHR 2010|11
Anschaffungskosten
Stand 01.03.2010 220.280 98.263 318.543
Währungsdifferenzen 0 275 275
Konsolidierungskreisänderungen 0 1 1
Zugänge 0 2.443 2.443
Umbuchungen 0 2.256 2.256
Abgänge -1.057 -11.902 -12.959
Stand 28.02.2011 219.223 91.336 310.559
Abschreibungen
Stand 01.03.2010 0 66.097 66.097
Währungsdifferenzen 0 225 225
Konsolidierungskreisänderungen 0 0 0
laufende Abschreibungen 0 7.462 7.462
Wertminderungen 0 0 0
Umbuchungen 0 0 0
Abgänge 0 -11.776 -11.776
Stand 28.02.2011 0 62.008 62.008
Buchwert 28.02.2011 219.223 29.328 248.551
GESCHÄFTSJAHR 2009|10
Anschaffungskosten
Stand 01.03.2009 222.715 96.784 319.499
Währungsdifferenzen 0 810 810
Konsolidierungskreisänderungen -2.573 -67 -2.640
Zugänge 138 3.316 3.454
Umbuchungen 0 424 424
Abgänge 0 -3.004 -3.004
Stand 28.02.2010 220.280 98.263 318.543
Abschreibungen
Stand 01.03.2009 0 59.001 59.001
Währungsdifferenzen 0 498 498
Konsolidierungskreisänderungen 0 -72 -72
laufende Abschreibungen 0 6.728 6.728
Wertminderungen 0 2.831 2.831
Umbuchungen 0 -9 -9
Abgänge 0 -2.880 -2.880
Stand 28.02.2010 0 66.097 66.097
Buchwert 28.02.2010 220.280 32.166 252.446
  • Die Abgänge im Bereich der immateriellen Vermögenswerte in Höhe von 11.902 t€ betreffen im Wesentlichen Abgänge von Software (2.733 t€), von Produktionsquoten (3.069 t€) und von sonstigen immateriellen Vermögenswerten (6.051 t€). Beim Abgang des Firmenwertes handelt es sich um eine Kaufpreisanpassung.
  • Die immateriellen Vermögenswerte beinhalten insbesondere die gemäß IFRS 3 aktivierten Geschäfts-/Firmenwerte, die sich aus dem Erwerb von Unternehmen ab dem Geschäftsjahr 1995|96 ergeben haben. Außerdem sind hierunter erworbene Kundenbeziehungen, EDV-Software, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte sowie langfristige Anzahlungen ausgewiesen.
  • Von den Buchwerten der Geschäfts-/Firmenwerte entfallen auf das Segment Zucker 21.384 (Vorjahr 21.384) t€, auf das Segment Stärke 2.090 (Vorjahr 2.090) t€ und auf das Segment Frucht 195.749 (Vorjahr 196.806) t€.
  • Um die Vorschriften des IFRS 3 in Verbindung mit IAS 36 zu erfüllen und um eventuelle Wertminderungen von Geschäfts-/Firmenwerten zu ermitteln, hat AGRANA ihre zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (cash generating units) entsprechend der internen Berichterstattung festgelegt. Im AGRANA-Konzern sind als zahlungsmittelgenerierende Einheiten gemäß dem internen Steuerungs- und Berichtsprozess das Segment Zucker, das Segment Stärke und das Seg­- ment Frucht definiert. Sämtliche Geschäfts-/Firmenwerte konnten zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet werden.
  • Zur Überprüfung der Werthaltigkeit wird der Buchwert jeder zahlungsmittelgenerierenden Einheit mittels Zuordnung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, einschließlich zurechenbarer Geschäfts-/Firmenwerte und immaterieller Vermögenswerte, ermittelt. Wertminderungen werden vorgenommen, wenn der erzielbare Betrag einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit niedriger als deren Buchwert einschließlich Geschäfts-/Firmenwert ist. Der erzielbare Betrag wird als der jeweils höhere Wert aus Nettoveräußerungswert bzw. Wert des erwarteten Mittel­zuflusses aus dem Vermögenswert ermittelt.
  • AGRANA hat bei der Werthaltigkeitsprüfung unter Anwendung eines DCF-Verfahrens (discounted cashflow) auf den erwarteten Mittelzufluss der zahlungsmittelgenerierenden Ein­- heiten abgestellt. Der Ermittlung der Cashflows der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten liegen validierte und von den Aufsichtsratsgremien beschlossene Geschäftspläne mit einem Planungshorizont von fünf Jahren zugrunde. Für den über fünf Jahre hinausgehenden Planungszeitraum wird eine gleich bleibende, inflationsbedingte Wachstumsrate von 0,75 % p. a. (Vorjahr 0,75 % p. a.) angenommen. Der aus den Kapitalkosten des AGRANA-Konzerns abgeleitete Abzinsungssatz (WACC) beträgt für das Segment Frucht 9,6 % (Vorjahr 10,6 %), für das Segment Stärke 8,5 % (Vorjahr 9,6 %) und das Segment Zucker 8,1 % (Vorjahr 9,5 %).
  • Die Qualität der Planungsdaten wird laufend durch eine Abweichungsanalyse mit den aktuellen Ergebnissen überprüft. Diese Erkenntnisse werden bei der Erstellung des nächsten Jahresplans berücksichtigt. Wesentlicher Faktor für den Nutzwert sind Annahmen über zukünftige lokale Markt- und Mengenentwicklungen. Der Nutzwertermittlung liegen deshalb Annahmen, die mit Fachleuten in den regionalen Märkten abgestimmt werden, und Erfahrungs­- werte der Vergangenheit zugrunde.
  • Im Hinblick auf die Ermittlung des Nutzungswertes für die CGUs ist das Management der AGRANA-Gruppe davon überzeugt, dass realistische Änderungen der wesentlichen Annahmen für die Ermittlung des erzielbaren Betrags der CGUs des Konzerns nicht zu einer Wertminderung führen würden. Die Überdeckung im Segment Frucht beträgt 121 m€, im Segment Stärke 400 m€ und im Segment Zucker 80 m€.
  • Die Werthaltigkeit aller in der Konzernbilanz enthaltenen Geschäfts-/Firmenwerte wurde nachgewiesen.
  • Wäre der WACC um 1 % angestiegen, wäre in keinem der Segmente Wertberichtigungsbedarf der Geschäfts-/Firmenwerte gegeben gewesen.
  • Am Bilanzstichtag waren keine anderen immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer auszuweisen.
 

9.2. Sachanlagen

 
in t€ Grundstücke, grundstücks-gleiche Rechte und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere
Anlagen, Betriebs- und Geschäfts-ausstattung
Anlagen im Bau Summe
GESCHÄFTSJAHR 2010|11
Anschaffungs- und
Herstellungskosten
Stand 01.03.2010 464.326 979.623 167.000 18.504 1.629.453
Währungsdifferenzen 1.697 2.925 405 -105 4.922
Konsolidierungs-
kreisänderungen
-64 0 0 0 -64
Zugänge 3.228 15.783 7.261 27.144 53.416
Umbuchungen 3.333 8.295 1.941 -15.825 -2.256
Abgänge -3.116 -12.631 -4.971 -130 -20.848
Zuschüsse 0 0 0 0 0
Stand 28.02.2011 469.404 993.995 171.636 29.588 1.664.623
Abschreibungen
Stand 01.03.2010 238.751 666.046 126.391 477 1.031.665
Währungsdifferenzen 445 1.981 328 -3 2.751
Konsolidierungs-
kreisänderungen
-42 0 0 0 -42
Laufende Abschreibungen 14.002 45.736 10.173 0 69.911
Wertminderungen 808 841 0 160 1.809
Umbuchungen -70 70 0 0 0
Abgänge -2.493 -11.648 -4.941 -98 -19.180
Stand 28.02.2011 251.401 703.026 131.951 536 1.086.914
Buchwert 28.02.2011 218.003 290.969 39.685 29.052 577.709
GESCHÄFTSJAHR 2009|10
Anschaffungs- und
Herstellungskosten
Stand 01.03.2009 441.591 945.439 161.778 21.286 1.570.094
Währungsdifferenzen 15.675 22.311 3.058 1.307 42.351
Konsolidierungs-
kreisänderungen
-3.928 -2.061 -798 188 -6.599
Zugänge 4.121 17.458 6.087 17.400 45.066
Umbuchungen 7.241 9.892 3.745 -21.277 -399
Abgänge -299 -13.132 -6.868 -400 -20.699
Zuschüsse -75 -284 -2 0 -361
Stand 28.02.2010 464.326 979.623 167.000 18.504 1.629.453
Abschreibungen
Stand 01.03.2009 222.444 617.605 119.684 495 960.228
Währungsdifferenzen 5.478 13.259 2.110 6 20.853
Konsolidierungs-
kreisänderungen
-3.151 -1.881 -650 -36 -5.718
Laufende Abschreibungen 13.437 46.777 10.608 0 70.822
Wertminderungen 673 3.104 92 186 4.055
Umbuchungen 194 -1.410 1.225 0 9
Abgänge -324 -11.408 -6.678 -174 -18.584
Stand 28.02.2010 238.751 666.046 126.391 477 1.031.665
Buchwert 28.02.2010 225.575 313.577 40.609 18.027 597.788
  • Zugänge von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten (ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte):
in t€ 2010|11 2009|10
Segment Zucker 16.031 11.420
Segment Stärke 8.996 10.836
Segment Frucht 30.832 26.126
Summe 55.859 48.382
  • Die Zuschüsse des Vorjahres betrafen öffentliche Subventionen für technische Anlagen in Österreich im Segment Stärke.
  • Als Währungsänderungen sind die Beträge ausgewiesen, die sich bei den Auslandsgesell- schaften aus der unterschiedlichen Umrechnung der Vermögenswerte des Anfangsbestandes mit den Währungskursen zu Jahresbeginn und Jahresende ergeben.
  • Die AGRANA-Gruppe nimmt neben dem operativen Leasing vereinzelt auch Finanzierungs­leasing in Anspruch. Folgend die Entwicklung der Sachanlagen aus Finanzierungsleasingverträgen:
in t€ 2010|11 2009|10
Anschaffungskosten 300 193
abzüglich Abschreibungen (kumuliert) -121 -68
Buchwert 179 125
  • Aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen (operatives Leasing) bestehen aufgrund von Leasing-, Lizenz- und Mietverträgen Verpflichtungen in folgendem Umfang:
in t€ 2010|11 2009|10
Im folgenden Jahr 2.657 6.353
In den folgenden 2 bis 5 Jahren 6.287 6.785
Über fünf Jahre 603 2.943
  • Aufwendungen aus operativen Leasing-, Lizenz- und Mietverträgen betrugen 10.414 (Vorjahr 8.913) t€.
  • Die AGRANA-Gruppe tritt nicht als Leasinggeber auf.
 

9.3. Wertpapiere, Beteiligungen und Ausleihungen

in t€ Beteiligungen
und
Ausleihungen
Wertpapiere
(langfristige
Vermögens-
werte)
Summe
GESCHÄFTSJAHR 2010|11
Stand 01.03.2010 7.027 104.977 112.004
Währungsdifferenz -2 9 7
Konsolidierungskreisänderungen 0 0 0
Zugänge 36 79 115
Abschreibungen -7 0 -7
Abgänge -902 0 -902
Neubewertung (IAS 39) 0 -467 -467
Stand 28.02.2011 6.152 104.598 110.750
GESCHÄFTSJAHR 2009|10
Stand 01.03.2009 2.499 104.492 106.991
Währungsdifferenz 32 -1 31
Konsolidierungskreisänderungen 5.566 0 5.566
Zugänge 333 608 941
Abschreibungen -11 0 -11
Umbuchungen -25 0 -25
Abgänge -1.388 -157 -1.545
Zuschreibungen 21 0 21
Neubewertung (IAS 39) 0 35 35
Stand 28.02.2010 7.027 104.977 112.004

Bei den Wertpapieren handelt es sich im Wesentlichen um Wertpapiere österreichischer Emittenten.

 

Bei den Wertpapieren handelt es sich im Wesentlichen um Wertpapiere österreichischer Emittenten.

 

9.4. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögenswerte

in t€ 2010|11 2009|10
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 275.332 229.921
- davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 61 513
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 12.855 11.007
- davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 124 0
Forderungen aus Erstattung der Zuckermarktordnung 8.388 8.269
Forderungen aus Zuschüssen 3.841 3.818
- davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 3.841 3.818
Positiver Marktwert Rohstoffderivate (Cashflow Hedge) 14 778
Forderungen aus Altlastsanierung 1.506 1.703
- davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 1.308 1.505
Versicherung und Schadensvergütung 1.094 986
- davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 1.089 983
Kautionen 40 78
Sonstige Vermögenswerte 35.452 23.823
- davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 7.134 3.446
Zwischensumme Finanzinstrumente 338.522 280.383
- davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 13.557 10.265
Forderungen aus Umsatzsteuern und sonstigen Steuern 63.220 43.790
- davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 270 387
Rechnungsabgrenzungsposten 5.727 6.516
Geleistete Anzahlungen 6.465 16.651
Summe 413.934 347.340
- davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr 13.827 10.652

Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen stammen aus dem Verrechnungsverkehr mit den nicht einbezogenen Tochterunternehmen sowie mit der Muttergesellschaft Südzucker AG und deren Tochterunternehmen.

Der Buchwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach Wertberichtigungen ermittelt sich wie folgt:

in t€ 28.02.2011 28.02.2010
Gesamtforderungen aus Lieferungen und Leistungen 283.227 237.031
abzüglich Wertberichtigungen -7.895 -7.110
Buchwert (netto) 275.332 229.921

Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich folgendermaßen entwickelt:

in t€ 2010|11 2009|10
Wertberichtigungen 01.03. 7.110 9.796
Währungsänderung / Sonstige Veränderung -10 -863
Zuführungen 2.835 2.243
Verbrauch -1.132 -1.996
Auflösungen -908 -2.070
Wertberichtigungen 28.02. 7.895 7.110

Aus der Auflösung der Wertberichtigungen resultieren Zinserträge von 16 (Vorjahr 36) t€.

Forderungen werden in der Regel einzeln auf ihre Einbringlichkeit hin untersucht und auf Basis zukünftiger Cashflows eingeschätzt.

Im Falle von Vorfinanzierungen von Landwirten erhält AGRANA als Sicherung Pfandrechte.

Die nachstehende Tabelle gibt Informationen über die in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthaltenen Kreditrisiken. Die Fälligkeitsstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellt sich wie folgt dar:

in t€ 28.02.2011 28.02.2010
Noch nicht fällige Forderungen 207.538 185.595
Überfällige Forderungen, die nicht wertberichtigt sind
bis 30 Tage 41.113 25.425
31 bis 90 Tage 8.880 7.479
91 Tage und älter 9.906 4.312
Summe überfällige Forderungen,
die nicht wertberichtigt sind
59.899 37.216
 

9.5. Aktive latente Steuern

Die latenten Steuern sind den folgenden Bilanzpositionen zuzuordnen:

in t€ 28.02.2011 28.02.2010
Aktive latente Steuern
Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen
und Jubiläumsgelder
864 1.427
Finanzanlagen (v.a. "Siebentel-Abschreibung" auf Beteiligungen) 11.559 11.985
Sonstige Rückstellungen und sonstige Schulden 4.655 3.795
Verlustvorträge 5.471 7.842
Summe Aktive latente Steuern 22.549 25.049
Saldierung von Aktiven und Passiven Steuerabgrenzungen
gegenüber derselben Steuerbehörde
8.451 5.796
Saldierte Aktive Steuerabgrenzung 31.000 30.845

Die passiven latenten Steuern sind unter Punkt 9.12 erläutert.

 

9.6. Vorräte

in t€ 28.02.2011 28.02.2010
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 159.258 125.322
Fertige und unfertige Erzeugnisse 319.456 304.432
Waren 49.527 38.822
Summe 528.241 680.271

Der Buchwert der zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzten Vorräte beträgt 3.532 (Vorjahr 10.520) t€.

Bei den Vorräten wurden Wertberichtigungen in Höhe von 213 (Vorjahr 1.185) t€ vorgenommen.

 

9.7. Wertpapiere

Die kurzfristig gehaltenen Wertpapiere und Anteile sind mit einem Betrag von 4.411 (Vorjahr 3.515) t€ ausgewiesen und umfassen überwiegend variabel verzinsliche Papiere, die der Liquidi­täts­reserve dienen.

 

9.8. Eigenkapital

  • Das Grundkapital beträgt am Bilanzstichtag 103.210.250 € und ist in 14.202.040 Stück auf Inhaber lautende Stammaktien mit Stimmrecht (Stückaktien) zerlegt. Alle Aktien sind zur Gänze eingezahlt.
  • Die Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals ist hier dargestellt.
  • Die Kapitalrücklagen setzen sich aus gebundenen und nicht gebundenen Kapitalrücklagen zusammen, wobei die gebundenen aus Agios und die nicht gebundenen aus Umgründungen resultieren. Die Kapitalrücklagen blieben im Geschäftsjahr 2010/11 unverändert. Die Gewinnrück­lagen umfassen die Rücklagen „available for sale“, die Rücklagen aus Cashflow-Hedges, die Effekte aus der konsolidierungsbedingten Währungsumrechnung sowie die thesaurierten Periodenergebnisse.

Angaben zum Kapitalmanagement

Ein wesentliches Ziel des Eigenkapitalmanagements ist die Erhaltung einer ausreichenden Eigenkapitalausstattung, sowohl um die Unternehmensfortführung sicherzustellen als auch eine kontinuierliche Dividendenpolitik zu gewährleisten. Das Verhältnis von Eigen- zum Gesamt- kapital zeigt folgendes Bild:

in t€ 28.02.2011 28.02.2010
Eigenkapital 970.694 904.654
Bilanzsumme 1.992.202 1.887.915
Eigenkapitalquote 48,7% 47,9%

Kapitalmanagement bedeutet für AGRANA die Steuerung des Eigenkapitals und der Netto­finanzschulden. Durch eine Optimierung dieser beiden Größen wird versucht, die Rendite der Aktionäre zu optimieren. Neben der Eigenkapitalquote wird vor allem auch die Kennzahl „Gearing“ (Nettofinanzschulden zu Eigenkapital) zur Steuerung verwendet. Die Gesamtkosten des eingesetzten Kapitals und die mit verschiedenen Arten des Kapitals verbundenen Risiken werden laufend überwacht.

Die solide Eigenkapitalausstattung sichert AGRANA unternehmerischen Handlungsspielraum und ist auch Ausdruck finanzieller Stabilität und Unabhängigkeit des Konzerns. Zur Deckung des Gesamtfinanzierungsbedarfes stehen AGRANA neben der Innenfinanzierungskraft ausreichende, abgesicherte Kreditlinien zur Verfügung.

Es gab keine Veränderungen im Kapitalmanagementansatz im Vergleich zum Vorjahr.

 

9.9. Rückstellungen

in t€ 28.02.2011 28.02.2010
Rückstellungen für
Pensionen 25.565 28.154
Abfertigungen 16.392 16.109
Sonstige 52.758 42.665
Summe 94.715 86.928
 

a) Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen

Die Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen sind nach dem Anwartschafts­barwert­verfahren (Projected Unit Credit Method) unter Berücksichtigung der künftigen Entwicklung versicherungsmathematisch bewertet. Es handelt sich in beiden Fällen um einen Defined Benefit Plan.

Für die inländischen Gesellschaften sind folgende Annahmen der zu erwartenden Lohn-, Gehalts- und Rentensteigerungen sowie des Rechnungszinssatzes zugrunde gelegt:

in % 28.02.2011 28.02.2010
Lohn-/Gehaltstrend 2,50 2,50
Rententrend 2,00 2,00
Zinssatz 5,00 5,00

Im Ausland sind die Annahmen entsprechend den jeweiligen Gegebenheiten modifiziert.

Der Abzinsungssatz für Pensionsverpflichtungen wird auf Grundlage der auf den Finanzmärkten am Bilanzstichtag beobachtbaren Renditen erstrangiger, festverzinslicher Unternehmensanleihen ermittelt. Als biometrische Rechnungsgrundlage werden im Inland die Richttafeln „AVÖ 2008-P Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler“ in der Ausprägung für Angestellte verwendet.

Es sind folgende Annahmen betreffend erwarteter Ertrag des externen Planvermögens zugrunde gelegt:

in % 28.02.2011 28.02.2010
Erwarteter Ertrag des Planvermögens Europa: 4,25 5,50
Mexiko: 7,6 9,2

Die Verzinsung des Planvermögens resultiert aus der strategischen Portfolio-Strukturierung der Pensionskasse.

Die Beiträge, die erwartungsgemäß in der folgenden Berichtsperiode in das Planvermögen eingezahlt werden, werden voraussichtlich 660 (Vorjahr 388) t€ betragen.

Die zeitliche Entwicklung der Barwerte der Verpflichtung der letzten fünf Jahre stellt sich wie folgt dar:

in t€ 28.02.2011 28.02.2010 28.02.2009 29.02.2008 28.02.2007
Pensionen 34.924 36.462 35.780 35.090 44.378
Abfertigungen 21.372 20.867 19.147 17.564 18.906

Historische Information zur Pensionsverpflichtung

in t€ 28.02.2011 28.02.2010 28.02.2009 29.02.2008 28.02.2007
Barwert der Verpflichtung 34.924 36.462 35.780 35.090 44.378
Planvermögen 5.640 4.767 3.587 3.550 7.156
Nicht durch Planvermögen
gedeckte Verpflichtung
29.284 31.695 32.193 31.540 37.222

Die Rückstellungen entwickelten sich wie folgt:

in t€ Pensionen Abfertigungen
Geschäftsjahr 2010|11
Bilanzierte Rückstellung 01.03.2010 28.154 16.109
Dienstzeitaufwand 341 1.078
Zinsaufwand 1.755 998
Erwartete Erträge Planvermögen -278 -2
Versicherungsmathematische Verluste 369 302
Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag 2.187 2.376
Konsolidierungskreisänderungen 0 -44
Gezahlte Versorgungsleistungen -4.110 -2.045
Dotierung Planvermögen -663 0
Währungsdifferenz -3 -4
Bilanzierte Rückstellung 28.02.2011 25.565 16.392
Nicht erfasster versicherungsmathematischer Verlust 3.719 4.957
Marktwert Planvermögen 5.640 23
Barwert der Verpflichtung zum 28.02.2011 34.924 21.372
Geschäftsjahr 2009|10
Bilanzierte Rückstellung 01.03.2009 29.164 16.077
Dienstzeitaufwand 301 973
Zinsaufwand 1.891 1.044
Erwartete Erträge Planvermögen -223 0
Versicherungsmathematische Verluste 1.248 262
Gesamter im Periodenergebnis ausgewiesener Betrag 3.217 2.279
Konsolidierungskreisänderungen 0 0
Gezahlte Versorgungsleistungen -3.473 -2.262
Dotierung Planvermögen -736 0
Währungsdifferenz -18 15
Bilanzierte Rückstellung 28.02.2010 28.154 16.109
Nicht erfasster versicherungsmathematischer Verlust 3.541 4.758
Marktwert Planvermögen 4.767 0
Barwert der Verpflichtung zum 28.02.2010 36.462 20.867

Der Anwartschaftsbarwert zeigt die nach den Verhältnissen am Bilanzstichtag bewerteten Ver­sorgungsansprüche der Mitarbeiter. Darin enthalten sind versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste, die sich aus den Unterschieden zwischen erwarteten und individuell eingetretenen Risiken ergeben. Die Rückstellung für direkte Versorgungsverpflichtungen lässt die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste innerhalb der von IAS 19 bestimmten Grenzen (±10 % des Anwartschaftsbarwerts) unberücksichtigt.

Ähnliche Verpflichtungen bestehen insbesondere bei ausländischen Konzerngesellschaften. Sie werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Berücksichtigung des künftigen Kostentrends bewertet.

Erfahrungsbedingte Anpassungen infolge des Unterschieds zwischen dem erwarteten und dem tatsächlichen Verlauf betragen –1.226 t€.

in t€ 28.02.2011 28.02.2010 28.02.2009 29.02.2008
Erfahrungsbedingte Anpassungen -1.226 -1.418 -3.272 -1.239

Die Entwicklung des Planvermögens stellt sich wie folgt dar:

in t€ 2010|11 2009|10
Planvermögen (Zeitwert) 01.03. 4.767 3.587
Währungsdifferenz 4 10
Tatsächliche Aufwendungen/Erträge aus Planvermögen 206 434
Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen 663 736
Planvermögen (Zeitwert) 28.02. 5.640 4.767

Das Planvermögen betrifft insbesondere Veranlagungen in eine externe Pensionskassa. Die Ver­anlagung erfolgte zu 43 % in Anleihen, zu 29 % in Eigenkapitalinstrumente und zu 28 % in Sonstige.

 

b) Übrige Rückstellungen

in t€ Rekultivierung Personal-
aufwendungen
inklusive
Jubiläumsgeld
Ungewisse
Verbindlich-
keiten
Summe
GESCHÄFTSJAHR 2010|11
Stand 01.03.2010 8.703 11.956 22.006 42.665
Währungsänderungen -16 -17 39 6
Konsolidierungskreisänderungen 0 0 -480 -480
Verbrauch -457 -1.745 -4.981 -7.183
Auflösung -3.862 -1.538 -9.149 -14.549
Zuführung 1.117 2.507 28.675 32.299
Stand 28.02.2011 5.485 11.163 36.110 52.758
- davon innerhalb 1 Jahres 1.356 4.028 34.403 39.787
GESCHÄFTSJAHR 2009|10
Stand 01.03.2009 10.459 13.316 17.313 41.088
Währungsänderungen 255 130 239 624
Konsolidierungskreisänderungen 0 59 194 253
Verbrauch -574 -3.290 -6.055 -9.919
Auflösung -1.504 -1.734 -5.805 -9.043
Zuführung 67 3.475 16.120 19.662
Stand 28.02.2010 8.703 11.956 22.006 42.665
- davon innerhalb 1 Jahres 1.906 5.211 21.475 28.592

Die sonstigen Rückstellungen sind mit 12.971 (Vorjahr 14.073) t€ den langfristigen Schulden zuzuordnen, die kurzfristigen Rückstellungen sind mit 39.787 (Vorjahr 28.592) t€ ausgewiesen.

Die Rückstellung für Rekultivierung umfasst neben den Rekultivierungsverpflichtungen auch die Entleerung von Deponien und Abraumbeseitigung. In den Rückstellungen für Personal­aufwendungen sind auch die Rückstellungen für Jubiläumsgelder enthalten. Die Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten beinhalten unter anderem Rückstellungen für Prozessrisiken (1.374 t€), Stationskosten VÖR (Verband Österreichischer Rübenbauern) (9.977 t€), Nachzahlungen Exportpreise (1.759 t€) und andere Risikovorsorgen (8.264 t€).

 

9.10. Finanzverbindlichkeiten

 
in t€ Stand 28.02.2011 davon Restlaufzeit Stand 28.02.2010 davon Restlaufzeit
bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten
361.707 254.842 95.968 10.897 455.346 307.132 144.835 3.379
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 200.000 40.000 60.000 100.000 100.000 40.000 60.000 0
Leasingverbindlichkeiten 165 26 139 0 115 28 87 0
Finanzverbindlichkeiten 561.872 294.868 156.107 110.897 555.461 347.160 204.922 3.379
Wertpapiere
(langfristige Vermögenswerte)
-104.598 -104.977
Wertpapiere
(kurzfristige Vermögenswerte)
-4.411 -3.515
Flüssige Mittel -70.427 -70.388
Nettofinanzschulden 382.436 376.581

Nähere Angaben zu den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten enthalten die Kapitel 10.1. bis 10.4..

Zum Bilanzstichtag wurden die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wie folgt besichert:

in t€ 28.02.2011 28.02.2010
Grundpfandrechte 800 1.368
Sonstige Pfandrechte 21.602 21.602
Summe 22.402 22.970

Die sonstigen Pfandrechte betreffen die Besicherung eines Exportförderungskredites mit gleichem Buchwert.

9.11. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten

 
in t€ Stand davon Restlaufzeit Stand davon Restlaufzeit
28.02.2011 bis 1 Jahr über 1 Jahr 28.02.2010 bis 1 Jahr über 1 Jahr
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
218.666 218.666 0 210.075 210.075 0
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
8.864 8.864 0 13.634 13.634 0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 78.062 75.754 2.308 64.935 62.706 2.229
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 25.335 25.335 0 22.118 22.118 0
- davon Rechnungsabgrenzungsposten 7.851 7.851 0 3.911 3.911 0
- davon Vorauszahlungen 380 380 0 4.622 4.622 0
- davon sonstige Steuern 12.740 12.740 0 8.110 8.110 0
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 4.364 4.364 0 5.475 5.475 0
Summe 330.927 328.619 2.308 310.762 308.533 2.229

In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind Verpflichtungen gegenüber den Rübenbauern von 60.369 (Vorjahr 66.671) t€ ausgewiesen.

Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten enthalten unter anderem Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern, Verbindlichkeiten aus der Lohn- und Gehaltsabrechnung sowie Verbindlich­keiten aus Derivaten.

9.12. Passive latente Steuern

Die latenten Steuern sind den folgenden Bilanzpositionen zuzuordnen:

in t€ 28.02.2011 28.02.2010
Passive latente Steuern
Anlagevermögen 3.844 4.113
Vorräte und Forderungen 604 2.528
Steuerliche Sonderposten in Einzelabschlüssen 6.189 6.932
Summe Passive latente Steuern 10.637 13.573
Saldierung von Aktiven und Passiven Steuerabgrenzungen
gegenüber derselben Steuerbehörde
8.451 5.796
Saldierte Passive Steuerabgrenzung 19.088 19.369

Die aktiven latenten Steuern sind unter Punkt 9.5. erläutert.