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Segment Stärke

Im Lebensmittelsektor (Food) konzentrierte sich die Arbeit auf die Entwicklung von speziellen Bindemitteln und Verdickersystemen. Dazu wurden potenzielle neue Rohstoffe untersucht sowie neue Technologien entwickelt und erprobt. Divisions­übergreifende Synergien wurden genutzt, um diese Stabilisatoren für Bio-Produkte und den „Clean Label“-Einsatz zu entwickeln.

Im Geschäftsjahr 2010|11 waren die Entwicklung von Stärkeprodukten für tech­nische Anwendungen im Bau-, Klebstoff- und Papierbereich (Non-Food) wesent- liche Forschungsschwerpunkte. Neue, intelligente Stärkeprodukte erlauben die Herstellung von biologisch abbaubaren Klebstoffsystemen und bieten Ersatz für synthe­tische Produkte für den wachsenden klebstoffverarbeitenden Sektor.

Die Etablierung eines neuen Modifikationsprozesses ermöglichte die Entwicklung von neuartigen Stärkeprodukten mit besonderer Klebkraft und Stabilität. Diese innovativen Klebstoffe wurden international zum Patent angemeldet und besitzen ein hohes Substitutionspotenzial für synthetische Klebstoffe („green glues“).

Im Bereich Nassverklebung für Glasflaschen konnte in Zusammenarbeit mit Kunden ein Durchbruch erreicht werden. Unter Nutzung von Synergien innerhalb des Konzerns wurde eine neue modifizierte Stärke als vollständiger Ersatz von Kasein in Fertigleimen für den Einsatz im Hochleistungsbereich der Flaschenetikettierung erfolgreich entwickelt. Diese bahnbrechende Innovation wurde zum internationalen Patent angemeldet. Im klassischen Papierstrich konnten Stärke­innovationen als Latexersatz überzeugen. Die Aktivitäten im Baubereich waren fokussiert auf die Entwicklung von amylopektinreichen Stärkeethern als neue High-Performance-Produkte für Fliesenkleber. Im Betonbereich konnten neue Stärkeethertypen als Stabilisator entwickelt und erfolgreich am Markt eingeführt werden.

In Versuchen wurde die positive Wirkung einer speziellen proteinhaltigen Kartoffel­fraktion auf die Hefefermentation gezeigt. Das Herstellungsverfahren wird im Kartoffelstärkewerk in Gmünd|Österreich im Produktionsmaßstab umgesetzt.

Im Bereich der AGRANA-Bioethanolproduktion konnte das Gemeinschaftsprojekt „Grainergy“ mit einem Saatzucht-Partner erfolgreich abgeschlossen werden. Eine Reihe von neuen Winterweizen- und Tritikalesorten wurden als Rohstoff für eine optimierte Bioethanolproduktion gemein­sam entwickelt.

Weitere Anstrengungen wurden bei Optimierungsarbeiten zum Rohstoff- und Enzymeinsatz unternommen. Dazu gehört auch die Überprüfung der Auswirkungen auf den Produktions­prozess und die zu erwartenden Ausbeuten bei der Verwen­dung von Sonderrohstoffen.

Im Geschäftsjahr 2010|11 wurde ein vom FFG gefördertes Forschungsvorhaben zur Entwicklung von speziellen Additiven auf biotechnologi­schem Weg für den Einsatz im biologischen Landbau zur verbesserten Versorgung von Pflanzen gestartet.