Prognosebericht
AGRANA rechnet auch im Geschäftsjahr 2011|12 mit einer positiven Ergebnisentwicklung in allen Geschäftsbereichen. Die langfristigen Trends hin zu höherwertiger, gesunder Ernährung bleiben für AGRANA ebenso ein Wachstumstreiber wie die geografische Expansion des Konzerns und die Ausrichtung auf Emerging Markets.
Das sehr gute Geschäftsjahr 2010|11 stellt eine herausfordernde Vorgabe für 2011|12 dar. Basierend auf einer soliden Bilanzstruktur zum 28. Februar 2011 und einem diversifizierten Geschäftsmodell, sieht sich AGRANA für das Geschäftsjahr 2011|12 aber gut gerüstet. Durch gezielte Nutzung segmentübergreifender Synergien, unter anderem in den Bereichen Einkauf, Logistik, Verkauf und Finanzen, und kontinuierlich fortgeführte Strukturverbesserungen will der Konzern die Herausforderungen im Rahmen weiterhin volatiler Märkte meistern und ist optimistisch, das Wachstum langfristig und nachhaltig voranzutreiben.
Geschäftsjahr 2011|12:
Die Latte liegt hoch – Konzernumsatz und -ergebnis 2011|12
dennoch über Vorjahr erwartet.
Aus heutiger Sicht rechnet AGRANA für das Geschäftsjahr 2011|12 mit einem leichten Anstieg beim Konzernumsatz bei insgesamt leichten Volumenszuwächsen und einem höheren Preisniveau. Im Segment Zucker ist das Wachstum innerhalb der EU marktordnungsbedingt eingeschränkt, wobei aber die Herstellung von Nicht-Quotenzucker die Auslastung der AGRANA-Zuckerfabriken sicherstellt und die hohen Weltmarktpreise bei Zucker deren Exporte begünstigen sollten. Die knappe Quotenzuckerversorgung der Märkte Rumäniens, Ungarns und Bulgariens lässt einen geringfügigen mengenmäßigen Absatzrückgang erwarten. Auch Bosnien-Herzegowina sowie die angrenzenden Länder sind von der Verfügbarkeit von Rohzucker und den Entwicklungen am Weltmarkt abhängig. Bis zum Beginn der neuen Rübenkampagnen rechnet AGRANA mit einem knappen Zuckerangebot in der EU und auch in der Region des Westbalkans, was allgemein festere Zuckerpreise erwarten lässt. Im Segment Stärke wird damit gerechnet, dass höhere Verkaufs- preise geringfügig sinkende Verkaufsmengen überkompensieren werden. Der erwartete mengenmäßige Absatzrückgang vor allem bei nativer Stärke und Verzuckerungsprodukten ist primär auf den vergleichsweise verstärkten Lagerabbau zu Beginn des Geschäftsjahres 2010|11 zurückzuführen. Für Isoglukose sind die Preise, dem lokalen Zuckerpreisniveau folgend, ebenfalls im Steigen begriffen. Im Segment Frucht wird im Fruchtzubereitungsbereich mit einem Umsatzanstieg aufgrund steigender Mengen, aber auch höherer Verkaufspreise gerechnet. Das Mengenwachstum dort sollte über dem prognostizierten Marktwachstum liegen. Bei Fruchtsaftkonzentraten ist mit einer deutlichen Umsatzsteigerung aufgrund der erwarteten Preisentwicklung am Konzentratmarkt als direkte Folge der gestiegenen Rohstoffkosten in der Kampagne 2010 zu rechnen. Für zusätzliches Wachstum wird die geplante Fusion mit der Ybbstaler Fruit Austria GmbH sorgen, mit deren Vollzug allerdings erst im Spätherbst 2011 gerechnet wird.
Ziel für 2011|12 ist es, das operative Konzernergebnis weiter zu steigern. Fortlaufende Optimierungen in der Einkaufs- politik und im Kostenmanagement sowie gezielte Verbesserungen im Bereich Energieverbrauch sollen zur Absicherung der Ertragssituation beitragen.
Die im abgelaufenen Jahr positive Ergebnisentwicklung im Segment Zucker sollte sich im Geschäftsjahr 2011|12 fortsetzen. Die guten Preisentwicklungen der letzten Wochen sowie die umgesetzten Maßnahmen zur Kostenkontrolle und Mengenabsicherung stärken diese Erwartung. Durch die verbesserten Margen im Rübenzuckerbereich sollte trotz geringerer Ergebnisbeiträge aus der Raffination eine weitere Steigerung des operativen Ergebnisses möglich sein.
Im Segment Stärke sind im Bereich Mais für Aschach sowie Weizen, Mais und Tritikale für Pischelsdorf große Teile der benötigten Rohstoffmenge für das Geschäftsjahr 2011|12 bis zur neuen Ernte 2011 bereits vertraglich fixiert. Aufgrund der erwarteten Ausdehnung der Anbauflächen bei Weizen und Mais wird mit einer stabilen Preisentwicklung gerechnet. Das operative Ergebnis wird leicht über Vorjahr erwartet, wobei das Handling sich auf höherem Niveau stabilisierender Rohstoff- und Energiekosten wieder eine große Herausforderung darstellen wird.
Im Segment Frucht wird in der Fruchtzubereitung mit einer weiteren Steigerung des operativen Ergebnisses gerechnet. Im Zuge möglicher Rohstoffkostenerhöhungen wird auch mit einer Anpassung des Marktpreisniveaus kalkuliert. Insgesamt wird ein leichtes Sinken der prozentuellen Marge aufgrund des überproportionalen Wachstums bei den Handelswaren, die niedrigere Margen aufweisen, erwartet. Der Konzentratbereich rechnet für das Geschäftsjahr 2011|12 mit einer substanziellen Ertragssteigerung, nachdem mit den Kontraktabschlüssen aus der Kampagne 2010 höhere Konzentratpreise erzielt wurden. Kostenseitig werden die Einsparungsmaßnahmen der letzten Jahre fortgesetzt.
