Rohstoff und Ernte
Im Bereich Fruchtzubereitungen waren die Sommerernten in Europa und Asien aufgrund des ungünstigen Witterungsverlaufs unterdurchschnittlich. Die gestiegene Nachfrage im Jahresverlauf hat die Marktsituation zusätzlich verschärft und führte in Europa, Amerika und Asien bei nahezu allen Früchten zu empfindlichen Preissteigerungen. Ganz besonders waren davon Kirschen, Heidelbeeren, Erdbeeren und Ananas betroffen. Die Winterernten 2010|11 in Mexiko, Chile und Argentinien schließen generell an die hohen Preisniveaus der letzten Sommerernte an. Dies betrifft im Wesentlichen Erdbeeren und Brombeeren.
AGRANA rechnet aufgrund der deutlich belebten Nachfrage, vor allem in Osteuropa und Asien, und relativ geringer Lagerbestände mit einem weiteren Preisanstieg bei Früchten. Die ersten Abschlüsse für das Wirtschaftsjahr 2011|12 für Erdbeeren wie auch für tropische Früchte waren bereits erste Indikatoren für diese Entwicklung.
Die europäische Kern- und Beerenobsternte 2010|11 lag bei einzelnen Früchten um bis zu 40 % unter einer durchschnittlichen Erntesaison. Im Vergleich zum Niedrig- preisjahr 2009 sind die Rohstoffkosten durch die schlechte Verfügbarkeit bei einzelnen Früchten bis zum Dreifachen angestiegen, gekoppelt hieran war auch eine unterdurchschnittliche Auslastung in den Fruchtsaftkonzentratwerken.
Ungeachtet der schwierigen Rohstoffsituation gelang es, durch eine frühzeitige gezielte Anpassung der Einkaufsstrategien in den jeweiligen Ländern die für die Kundendeckung unbedingt erforderlichen Rohstoff- und Konzentratmengen zu sichern.
Die Ausweitung der Verarbeitung von Bio-Äpfeln in Ungarn zu Konzentrat und Direktsaft konnte erfolgreich umgesetzt werden.
Trotz einer guten Apfelernte von rund 30 Mio. Tonnen in China verringerte sich das Apfelangebot für die industrielle Verarbeitung durch eine höhere Nachfrage nach Frisch- obst. Schätzungen zufolge lag die gesamte chinesische Produktionsmenge an Apfelsaftkonzentrat für das Jahr 2010 um 60 % unter dem Wert des Rekordjahres 2007.
Im Bereich der roten Beeren konnten in Polen und Dänemark die geplanten Einkaufsmengen aufgrund der schlechten Erntesituation und der hohen Rohstoffkosten nicht erreicht werden.
Für 2011 wird bei einem normalen Witterungsverlauf eine Entspannung auf den Rohstoffmärkten und damit auch auf den Konzentratmärkten erwartet.
