Sie befinden sich hier: Start › Konzernlagebericht › Segment Stärke › Rohstoff, Ernte und Produktion

Rohstoff, Ernte und Produktion

Die Ernteschätzungen des Internationalen Getreiderates (IGC – International Grains Council) in London erwarten für das laufende Getreidewirtschaftsjahr 2010|11 (Juli 2010 bis Juni 2011) eine über der Produktion liegende Nachfrage. Die weltweite Maisproduktion wird mit 811 Mio. Tonnen deutlich unter dem Verbrauch von 845 Mio. Tonnen liegen. Auch in der weltweiten Weizenbilanz wird die globale Nachfrage mit 661 Mio. Tonnen die Produktion von 648 Mio. Tonnen übersteigen. Sowohl bei Weizen als auch bei Mais kommt es demnach zu einem Rückgang der globalen Lager­bestände, die aber nach wie vor ausreichen werden, um den Nachfrageüberhang zu decken.

Die Ernte 2010 brachte in der EU-27 nach Einschätzung von Stratégie Grains eine Erntemenge von rund 55 (Vorjahr 57) Mio. Tonnen bei Mais und rund 127 (Vorjahr 129) Mio. Tonnen bei Weizen. Die gesamte Getreideproduktion in der EU-27 liegt bei 275 Mio. Tonnen, bei einem geschätzten Verbrauch von 273 Mio. Tonnen.

Die geringere Ernte 2010, sowohl EU- als auch weltweit, schlug sich in den Roh­stoff­notierungen an der Pariser Warenterminbörse Euronext LIFFE (vormals MATIF) nieder. Anfang März 2011 betrug die Maisnotierung rund 230 € je Tonne und lag damit um rund 100 € über der Ver­gleichsnotierung aus dem Vorjahr. Derzeit scheint ein vorläufiger Höhepunkt erreicht. Prognosen für die EU-27-Ernte 2011 (Getreidewirtschaftsjahr 2011|12) gehen von einer Erhöhung der Getreideproduk­tion um rund 5 % aus.

Rohstoffnotierungen im AGRANA-Geschäftsjahr 2010|11

Maisstärke
Die gesamte Maisverarbeitungsmenge (ohne Bioethanolverarbeitung) in den AGRANA-Stärkefabriken (inklusive 50%-Anteil HUNGRANA) erhöhte sich im Geschäfts­jahr 2010|11 auf rund 724.000 (Vorjahr 647.000) Tonnen. Davon betraf die Verarbeitung von erntefrischem Nassmais eine Menge von rund 188.700 (Vorjahr 182.400) Tonnen.

Kartoffelstärke
In der Kampagne 2010 hat die österreichische Stärkefabrik in Gmünd in 114 (Vorjahr 111) Tagen rund 186.300 (Vorjahr 187.400) Tonnen Stärkeindustrie­kartoffeln zu 40.100 (Vorjahr 40.200) Tonnen Kartoffelstärke verarbeitet. Dabei betrug der Bio-Anteil, gemessen an der Einsatzmenge, rund 3,2 % (Vorjahr 2,7 %). Für das Anbaujahr 2011 steht eine uneingeschränkte Quotenhöhe von 47.691 Tonnen Kartoffelstärke zur Verfügung, für die Kontrakte mit den Landwirten abgeschlossen wurden. Aus rund 26.000 Tonnen Speiseindustriekartoffeln wurden etwa 4.600 Tonnen Kartoffeldauerprodukte produziert. Dabei lag der Bio-Anteil bei rund 25 % (Vorjahr 22 %).