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Wirtschaftliches Umfeld

Zuckerweltmarkt
Das abgelaufene Geschäftsjahr 2010|11 brachte Höchstwerte bei den Weltmarktzuckerpreisen. Zu Beginn des Jahres 2010 erreichte der Zuckerpreis sein vorläufiges Hoch mit 30,4 US cent/lb¹ bevor er am 7. Mai 2010 nach starkem Verlust das Jahrestief mit 13 US cent/lb erreichte. Über das restliche Geschäftsjahr 2010|11 hinweg stieg der Zuckerpreis stetig an und erreichte am 2. Februar 2011 mit einer Rohzuckernotierung von 35 US cent/lb sein 30-jähriges Hoch an der New Yorker Börse.

Die Gründe für diese volatile Preisentwicklung des vergangenen Jahres lagen vor allem an den ungünstigen Wetterlagen in vielen wichtigen Zuckeranbauregionen der Welt wie Brasilien oder Pakistan, bei gleichzeitig weiter steigender Nachfrage.

In der aktuellen Schätzung der Weltzuckerproduktion für das ZWJ 2010|11 (Oktober 2010 bis September 2011) rechnet F. O. Licht mit einem Anstieg der weltweiten Zuckerproduktion um 8,3 Mio. Tonnen auf 166,9 Mio. Tonnen. Davon entfallen etwa 32,7 Mio. Tonnen auf die Herstellung aus Zuckerrüben (–2,5 Mio. Tonnen im Vergleich zum ZWJ 2009|10) und rund 134,2 Mio. Tonnen auf die Rohrzuckerproduktion (+10,8 Mio. Tonnen). Bei diesem Anstieg der globalen Zucker­pro­duk­tion wird im ZWJ 2010|11 bei einer erwarteten Steigerung des Verbrauchs auf 164,1 (ZWJ 2009|10 162,1) Mio. Tonnen nur mit einem geringen Zuwachs der Lagerbestände gerechnet.

Internationale Zuckernotierung im AGRANA-Geschäftsjahr 2010|11

Europäischer Zuckermarkt
Seit dem ZWJ 2009|10 ist der europäische Zuckermarkt für Einfuhren aus den LCD- (am wenigsten entwickelten Ländern der Welt) als auch aus den AKP-(Afrika, Karibik, Pazifik-)Staaten offen. Zölle und Mengenbegrenzungen wurden für diese Herkunftsländer vollständig aufgehoben. Infolge der hohen Weltmarktpreise und kompetitiver Preisentwicklungen in anderen konkurrierenden Importländern blieb die Importmenge im ZWJ 2009|10 in die EU mit 1,3 Mio. Tonnen jedoch deutlich unter den Erwartungen.

Aufgrund dieser Entwicklungen sank der EU-Endlagerbestand im ZWJ 2009|10 auf 1,1 Mio. Tonnen. Laut den Berechnungen der Europäischen Kommission würde der EU-Lagerbestand zum Ende des ZWJ 2010|11 nochmals absinken. Um dem entgegenzuwirken, ermöglichte die Europäische Kommission im Februar 2011 erstmals die Vermarktung von 500.000 Tonnen Nicht-Quotenzucker im EU-Food-Markt. Zusätzlich wurde eine zollfreie Importquote in Höhe von 300.000 Tonnen für den EU-Food-Markt bewilligt.

Die Europäische Kommission ermöglichte der Zuckerindustrie im ZWJ 2010|11 zunächst den ungestützten Export von 650.000 Tonnen Nicht-Quotenzucker und 50.000 Tonnen Isoglukose auf den Weltmarkt. Im März 2011 wurden für das ZWJ 2011|12 Exporte von 650.000 Tonnen Nicht-Quotenzucker und 50.000 Tonnen Isoglukose ab dem Jänner 2012 beschlossen. Im April 2011 wurde ein weiteres Kontingent zum Export von 700.000 Tonnen Nicht-Quotenzucker zur Auslieferung ab September 2011 eröffnet.

Als Folge des Zuckerdefizites machten sich seit Herbst 2010 Preissteigerungen für Spot-Verkäufe auf dem EU-Markt bemerkbar.

Wesentliche Teile der Binnenmarktregeln zum EU-Zuckermarkt laufen am 30. Sep­tember 2015 aus. Derzeit wird die Ausrichtung der allgemeinen EU-Agrarpolitik ab 2014 von der EU-Kommission diskutiert. Dabei könnte es zu Festlegungen der Politikinstrumente kommen, die für den EU-Zuckermarkt nach Auslaufen der Binnenmarktregelungen am 30. September 2015 relevant sind. Die EU-Kommission hat angekündigt, alle Optionen für die Regelungen zum EU-Zucker ab 1. Oktober 2015 zu prüfen.

Außenhandel Zucker
Beim Weltwirtschaftsforum Ende Jänner 2011 in Davos|Schweiz wurden die Ver­handlungen der Doha-Runde wieder aufgenommen. Die USA fordern mehr Marktzugang in China, Indien und Brasilien, noch bevor sie ihre Agrarsubventionen abbauen. China und USA zeigen Bereitschaft, Kompromisse für eine gemeinsame Übereinkunft einzugehen. Ein Scheitern dieser Verhandlungen könnte die WTO (World Trade Organisation) als Handelsforum in Frage stellen.

1 lb = 1 Pfund (Pound) = 0,45 kg

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