Glossar
A
- ActiProt®
- Definition:
Stellt eine Eigenmarke von AGRANA dar und bezeichnet ein hochwertiges Eiweißfuttermittel. Diese sogenannte Trockenschlempe (Distillers Dried Grains with Solubles, DDGS) fällt in Anlagen zur Herstellung von Bioethanol auf Basis von stärkehaltigen Getreiden nach Trocknung der Rückstände aus der Destillation (Schlempe) an. Die Trockenschlempe wird pelletiert und dieses so entstandene lagerfähige Futtermittel wird dann DDGS genannt. Aufgrund seines hohen Proteingehalts von mindestens 30 % und eines vorteilhaften Energiegehalts wird DDGS als Futtermittel für Nutztiere, vorzugsweise Milchvieh, verwendet. Im AGRANA-Konzern wird dieses Koppelprodukt in der Bioethanolanlage in Pischelsdorf|Österreich erzeugt, wo grundsätzlich Mais, Weizen, Tritikale und Melasse verarbeitet werden. Entsprechend allen anderen Produkten, die AGRANA auf den Markt bringt, ist auch ActiProt® gentechnikfrei.
- AKP-Staaten
- Definition:
Gruppe von Staaten in Afrika, der Karibik und im pazifischen Raum, die mit der EU ein spezielles Ab- kommen über Entwicklungszusammenarbeit abgeschlossen haben. Den mehrheitlich ehemaligen Kolonialstaaten Frankreichs und Großbritanniens (derzeit 79 AKP-Länder) wurde von der EU seit 1975 durch Präferenzabkommen ein bevorzugter Zugang zum Binnenmarkt und die Möglichkeit zu zollfreien Importen von Zucker eingeräumt.
- AMA
- Definition:
Agrarmarkt Austria: Die AMA ist eine österreichische Institution, die für die Landwirtschaft größte Bedeutung hat. Sie wurde mit dem AMA-Gesetz 1992 als juristische Person des öffentlichen Rechts geschaffen und als EU-konforme Marktordnungsstelle eingerichtet, die mittlerweile alle EU-Marktordnungen vollzieht. Die Aufgabe des Agrarmarketings wird von der Tochterorganisation, der Agrarmarkt Austria Marketing GesmbH, wahrgenommen. Die AMA untersteht der Aufsicht des Bundesministers für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft. Die wichtigsten Aufgaben der AMA sind: Vollziehung der Marktordnungen und Direktzahlungen (Milchquotenverwaltung, Lizenzverwaltung etc.), Abwicklung der Leistungsentgelte (z. B. Österreichisches Umweltprogramm ÖPUL), Markt- und Preisberichterstattung und Rinderkennzeichnung.
- Amylopektin
Ist neben Amylose mit einem Anteil von durchschnittlich 70 % bis 80 % die zweite Fraktion der Stärke (Amylum). Die Stärke von Mais- und Hirsesorten (Wachsmais, Wachshirse) weist einen Amylopektingehalt von nahezu 100 % auf. Amylopektin zählt zu den komplexen Kohlenhydraten (Polysacchariden) und ist aus einzelnen D-Glucose-Molekülen (Traubenzucker) aufgebaut.
- ATX
- Definition:
Austrian Traded Index: Der ATX ist ein von der Wiener Börse entwickelter und real-time berechneter Preisindex, der das Blue Chip-Segment des österreichischen Aktienmarktes abdeckt und die rund 20 liquidesten Aktien der Wiener Börse enthält. Die Aktien werden nach ihrer Bewertung (Preis der einzelnen Aktien multipliziert mit der jeweiligen Stückanzahl der Aktien) gewichtet, weshalb Werte mit einer hohen Kapitalisierung einen stärkeren Einfluss auf den ATX haben. Der ATX ist Basiswert für an der Wiener Börse gehandelte und in Euro abgerechnete Futures und Optionen. Der Startwert für die Berechnung des ATX wurde am 2. Jänner 1991 mit 1.000 Punkten festgesetzt.
- Außenschutz
- Definition:
Siehe Zölle.
B
- Bioenergie
- Definition:
Als Bioenergie bezeichnet man Energie, die aus Biomasse, in der die Energie chemisch gespeichert ist, gewonnen wird. Eingeschlossen sind hierbei unterschiedliche Energieformen wie Wärme, elektrische Energie und Kraftstoffe für Verbrennungsmotoren. Die Basis für Bioenergie bildet Sonnenenergie, die von Pflanzen mithilfe der Photosynthese chemisch gebunden werden kann.
- Bioethanol
- Definition:
Bioethanol ist ein durch Gärung aus kohlehydrathaltiger Biomasse (nachwachsenden Kohlenstoffträgern) hergestellter Kraftstoff. Er verfügt über einen Alkoholanteil von mindestens 99 Volumsprozent und ist de facto wasserfrei. In Europa wird Bioethanol aufgrund der klimatischen Gegebenheiten vorwiegend aus Zucker oder stärkehaltigen Getreidearten gewonnen. Bioethanol ist gegenüber fossilen Energieträgern CO2-neutral und unterscheidet sich in seinen physikalischen Eigenschaften von denen des Benzins. Daher ist für Reinverwendung eine Anpassung der Motoren erforderlich.
- Biogas
- Definition:
Biogas enthält Methan als brennbare Komponente, die durch Vergärung von Biomasse in Biogasanlagen hergestellt und zur Erzeugung von Bioenergie verwendet wird. Biogas kann aus vergärbaren, biomassehaltigen Reststoffen wie Klärschlamm, Bioabfall oder Speiseresten, Wirtschaftsdünger (Gülle, Mist) oder auch aus gezielt angebauten Energiepflanzen, also nachwachsenden Rohstoffen, gewonnen werden.
- Biogene Kraftstoffe
- Definition:
Bei biogenen Kraftstoffen (auch: Biokraftstoffe, Biotreibstoffe) handelt es sich um flüssige oder gasförmige Kraftstoffe, die aus Biomasse (wie Pflanzenmaterial oder pflanzlichen Rückständen) hergestellt werden. Ausgangsstoffe sind Rohstoffe wie Getreide, Zuckerrüben oder Holz. Biogene Kraftstoffe werden zum Betrieb von Verbrennungsmotoren verwendet. Am wirtschaftlich bedeutendsten sind die biogenen Kraftstoffe Bioethanol und Biodiesel, die auch fossilen Kraftstoffen wie Benzin und Diesel beigemischt werden.
- Biomasse
- Definition:
Umfasst die gesamte durch Pflanzen oder auch Tiere erzeugte organische Substanz. Basis für die Bildung von Biomasse in fester, flüssiger und gasförmiger Form ist vor allem die von Pflanzen betriebene Photosynthese, bei der aus Wasser und Kohlendioxid unter Freisetzung von Sauerstoff Sonnenenergie gespeichert wird.
- Biostabilisatoren
- Definition:
Biostabilisatoren werden bei AGRANA statt chemischer Biozide (wie z. B. Formaldehyd) zur Bekämpfung von Mikroorganismen im Zuckerproduktionsprozess eingesetzt. Für den Einsatz bei der Zuckerproduktion wurden natürliche Biostabilisatoren auf Basis von Hopfen und Baumharzen entwickelt. Es handelt sich hierbei also um Produkte pflanzlicher Herkunft, die bereits seit vielen Jahren in der Lebensmittelherstellung verwendet werden.
- Branchenvereinbarung
- Definition:
Rechtsgrundlage für Rübenlieferungen und ihre Bezahlung. Sie wird zwischen den Verbänden der rübenliefernden Landwirte und den Zucker produzierenden Unternehmen abgeschlossen.
- Buntsaftkonzentrate
- Definition:
Unter Buntsaftkonzentraten werden alle Fruchtsaftkonzentrate mit Ausnahme von Apfelsaftkonzentrat und Konzentraten aus Zitrusfrüchten subsumiert. Darunter fallen unter anderem Kirschsaftkonzentrate, Schwarze Johannesbeerkonzentrate, etc.
C
- Carbokalk
- Definition:
Carbokalk ist ein Kalkdünger, der im Rahmen der Zuckergewinnung bei der Reinigung der Rohsäfte anfällt. Carbokalk ist aufgrund seiner großen reaktiven Oberfläche ein sehr schnell wirkender Kalkdünger, der für alle Kulturen geeignet ist.
- CEFS
- Definition:
Comité Européen des Fabricants de Sucre: CEFS ist die internationale Interessenvertretung der europäischen Zuckerverbände und vertritt die europäischen Zuckerproduzenten und -raffinerien in den europäischen Institutionen (EU-Ministerrat, Europäische Kommission, Europäisches Parlament, Wirtschafts-und Sozialausschuss etc.) und gegenüber verschiedenen internationalen Organisationen (FAO, WTO etc.).
- Cellulose-Ethanol (Ethanol der zweiten Generation)
- Definition:
Im Unterschied zu Bioethanol der ersten Generation wird das aus pflanzlichen Gerüstsubstanzen hergestellte Ethanol als Cellulose-Ethanol bezeichnet. Wie der herkömmliche Ethanol-Kraftstoff entsteht auch Cellulose-Ethanol durch Gärung. Nach Destillation und Trocknung kann Ethanol schließlich als Kraftstoff eingesetzt werden. Die Herstellung von Cellulose-Ethanol befindet sich jedoch noch im Entwicklungsstadium.
- Clean Label
- Definition:
Clean Label („sauberes Etikett“) bezeichnet ein Vorgehen der Lebensmittelindustrie um besonders „natürliche“ Lebensmittel zu bewerben. Hierbei wird dem verstärkten Wunsch der Verbraucher Rechnung getragen auf Lebensmittelzusatzstoffe mit E-Nummer zu verzichten. Dies wird zum Beispiel durch zusätzliche Aufschriften wie „ohne Geschmacksverstärker“, „kein Zusatz von Konservierungsstoffen“ oder „frei von künstlichen Aromen“ beworben.
- CO2 (Kohlenstoffdioxid)
- Definition:
Wird heute als wesentlichstes Treibhausgas angesehen. Es handelt sich dabei um eine chemische Verbindung aus Kohlenstoff und Sauerstoff . Das farb- und geruchsneutrale Gas ist mit weniger als 1 % natürlicher Bestandteil der Luft und entsteht bei der Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Substanzen sowie bei der Atmung.
- CO2-Äquivalent
- Definition:
Um die Treibhauswirkung von verschiedenen Treibhausgasen vergleich- und somit summierbar zu machen, wird deren Treibhausgaspotenzial (Global Warming Potential) verwendet. Es gibt den Beitrag verschiedener Gase zu einer Erwärmung der Erdatmosphäre in Form einer äquivalenten Menge CO2 an. Die Treibhauswirkung von einem Kilogramm eines Gases wird dabei als Vielfaches („Äquivalenzfaktor“) der Treibhauswirkung von einem Kilogramm CO2 ausgedrückt.
- CO2-Rückgewinnung
- Definition:
(CO2-Verflüssigungsanlage): Im Rahmen der Bioethanolerzeugung wird ein Teil des in nachwachsenden Rohstoffen (vor allem Weizen und Mais) gebundenen Kohlendioxids freigesetzt. In sogenannten CO2-Verflüssigungsanlagen kann dieses aus nachwachsenden Rohstoffen stammenden biogene Kohlendioxid gewonnen, gereinigt sowie verflüssigt und damit für die Nutzung in verschiedenen industriellen Anwendungen insbesondere für kohlensäurehaltige Getränke verfügbar gemacht werden. In diesem Fall substituiert biogenes somit fossiles CO2.
D
- Defizitländer/-regionen
- Definition:
Länder oder Regionen, die mehr Zucker verbrauchen, als sie selber produzieren, und ihren Bedarf durch Zuckerimporte decken müssen. Im Zuge der Quotenrückgaben betrifft dies in Europa beispielsweise Länder wie Irland, Italien oder Portugal, aber auch Ungarn und Rumänien.
- Dicksaft
- Definition:
Siehe Zuckerrübendicksaft.
- Drittlandexporte
- Definition:
Der durch Lizenzen geregelte Zuckerexport in Drittländer bezeichnet die Ausfuhr von Zucker in Länder außerhalb der EU. Die dafür benötigten Exportlizenzen werden von der EU an die Zuckerproduzenten verteilt (siehe Exportlizenzen).
E
- E-Nummer
- Definition:
Die E-Nummer (E steht für Europa) ist im Grunde das Zeichen dafür, dass für den betreffenden Lebensmittelzusatzstoff (zur Erzielung chemischer, physikalischer oder auch physiologischer Effekte) im Rahmen des EU- Zulassungsverfahrens nachgewiesen wurde, dass er unter anderem gesundheitlich unbedenklich ist. Die E-Nummer eines Zusatzstoffes ist der Code, mit dem jeder Stoff unabhängig von den jeweiligen Landessprachen eindeutig identifiziert werden kann.
- E10
- Definition:
Kraftstoff mit 10 % Anteil wasserfreiem Bioethanol und 90 % Anteil an herkömmlichem Benzin.
- E85
- Definition:
Siehe SuperEthanol E85.
- EFFAT
- Definition:
European Federation of Food, Agriculture and Tourism Trade Unions: EFFAT ist die Europäische Gewerkschaftsföderation für den Landwirtschafts-, Nahrungs- mittel- und Tourismussektor. EFFAT vertritt als europäische Dachorganisation von 120 nationalen Gewerkschaften aus 35 Ländern Europas die Interessen von mehr als 2,6 Millionen Mitgliedern gegenüber den europäischen Institutionen, europäischen Industrieverbänden und Unternehmensleitungen.
- Emerging Market
- Definition:
Der Begriff „Emerging Market“ wird häufig in der Finanzbranche verwendet und bezeichnet einen aufstrebenden Markt. Vor allem die Länder der Zweiten Welt (wie z. B. China oder Indien) werden als sogenannte Schwellenländer bezeichnet, die ihren bisherigen Status eines Entwicklungslandes verlassen und auf dem Weg zu einem Industriestaat sind.
- Emission
- Definition:
Bedeutet allgemein die Freisetzung von Störfaktoren in die Umwelt. Ein typisches Beispiel dafür sind etwa gasförmige Schadstoff emissionen aus Autos.
- Enzyme
- Definition:
Enzyme (früher auch: Fermente) sind Eiweißmoleküle, die als Katalysator chemische Reaktionen beschleunigen und z. B. Stärke in Traubenzuckermoleküle zerlegen. Sie spielen daher bei der Fermentation (Gärung) eine wichtige Rolle (siehe Fermentation).
- Ethanol
- Definition:
Ethanol ist eine klare, leicht entzündliche Flüssigkeit. Es wird umgangssprachlich oft als Alkohol bezeichnet. Ethanol ist besonders als Trinkalkohol bekannt, etwa als Anteil in Genussmitteln wie Wein oder Bier. Besonders in der letzten Zeit erfährt Ethanol große Bedeutung – abseits der Lebensmittelindustrie – als Biokraftstoff in Form von Bioethanol (siehe Bioethanol).
- EU-Biokraftstoffrichtlinie
- Definition:
Die EU-Biokraftstoffrichtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. März 2009 regelt den Einsatz von Biokraftstoff en oder anderen erneuerbaren Kraftstoffen (z. B. Wind- und Sonnenenergie, Erdwärme oder Wasserkraft) im Verkehrssektor. Die EU-Biokraftstoffrichtlinie gibt den Anteil an erneuerbaren Kraftstoffen am Gesamttreibstoffverbrauch in Energieprozenten vor, lässt dabei aber offen, auf welche Art (Beimischung biogener zu fossilen Kraftstoffen oder Nutzung alternativer Treibstoffe) diese Ziele zu erreichen sind. Als biogene Kraftstoffe im Sinne der Richtlinie gelten Bioethanol, Biodiesel, Biogas, Biomethanol, Biodimethylether, Bio-ETBE, Bio-MTBE, synthetische Biokraftstoffe, Biowasserstoff und reines Pflanzenöl.
- EU-Energieallokationsmethode
- Definition:
Im Rahmen von Lebenszyklusanalysen kann die Allokation von Treibhausgasemissionen auf Bioethanol und seine Nebenprodukte mit der sogenannten Substitutionsmethode oder der Energieallokationsmethode vorgenommen werden. Die Substitutionsmethode ist gemäß den Vorschriften der EU für politische Analysen geeignet. Die Energieallokationsmethode ist für regulatorische Zwecke sowie für individuelle Einträge von Produzenten und Treibstoffen zu verwenden.
- EU-Zuckermarktordnung
- Definition:
Siehe Zuckermarktordnung.
- Exportlizenzen
- Definition:
Mit der Ausgabe von Exportlizenzen sichert sich die EU-Kommission die Kontrolle über den Export von EU-Quotenzucker und die mengen- und wertmäßige Einhaltung der WTO-Exportbeschränkungen.
F
- F. O. Licht
- Definition:
F. O. Licht ist ein führender Analyst der globalen Märkte für Zucker, Ethanol, Melasse, Futterzusatzstoffe, Biokraftstoffe, Kaffee und Tee. F. O. Licht veröffentlicht ein einzigartiges Spektrum an Online- und Print-Berichten und organisiert marktführende Konferenzen für die Zucker- und Ethanol-Industrie.
- FAO
- Definition:
Food and Agriculture Organisation: Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, auch als Welternährungsorganisation bezeichnet, ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit Sitz in Rom. Sie hat die Aufgabe, die Produktion und die Verteilung von landwirtschaftlichen Produkten im Allgemeinen und Nahrungsmitteln im Besonderen weltweit zu verbessern, um die Ernährung sicherzustellen und den Lebensstandard zu verbessern. Zu diesem Zweck hat sie z. B. den „Codex Alimentarius“ entwickelt, der internationale Standards für die Lebensmittelsicherheit definiert.
- Fermentation
- Definition:
Unter Fermentation (Gärung) versteht man in der Biotechnologie die Umsetzung von biologischen Materialien durch den Zusatz von Enzymen (Fermenten) oder aber auch mithilfe von Bakterien-, Pilz- und Zellkulturen.
- FFG
- Definition:
Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft: Die FFG ist die nationale Förderungsinstitution für die unternehmensnahe Forschung und Entwicklung in Österreich. Die FFG wurde durch das Bundesgesetzblatt I Nr. 73/2004 „Forschungsförderungsgesellschaft Errichtungsgesetz“ (kurz: FFG-Gesetz) mit 1. September 2004 gegründet. Die FFG steht zu 100 % im Eigentum der Republik Österreich.
- First Transformation
- Definition:
Unter „first transformation“ versteht man die erste Verarbeitungsstufe von erntefrischen Früchten zum Halbfabrikat in lagerfähiger Form (gefroren, aseptisch oder püriert). Der Prozess beinhaltet unter anderem die Arbeitsschritte Sortieren, Waschen, Putzen, Schneiden, Frieren und Verpacken.
- Flexible Fuel Vehicles (FFVs)
- Definition:
Als FFVs werden jene Fahrzeuge bezeichnet, die mit SuperEthanol E85 (einem Kraftstoffgemisch aus bis zu 85 % Bioethanol und Superbenzin bzw. jedem beliebigen Mischungsverhältnis) betrieben werden können. Sie sind daher unabhängig von der Existenz eines SuperEthanol E85-Tankstellennetzes einsetzbar. FFVs unterscheiden sich nur wenig von herkömmlichen Benzinmotoren. Sie verfügen zusätzlich über einen Sensor, der das jeweilige Mischungsverhältnis aus Bioethanol und Superbenzin im Fahrzeugtank misst. Die Fahrzeugelektronik stellt dann die Motorsteuerung auf die optimalen Werte ein.
- Fruchtsaftkonzentrat
- Definition:
Bildet die Basis für Fruchtsaftgetränke und wird an die Fruchtsaft und Getränke produzierende Industrie verkauft. Das vorher dem Obstpresssaft schonend entzogene Wasser wird dem Konzentrat zur Herstellung des Endverbraucherprodukts schließlich wieder in gleicher Menge zugeführt. Das Ergebnis ist ein hochwertiger Saft mit 100 % Fruchtgehalt.
- Fruchtzubereitung
- Definition:
Qualitativ hochwertige Früchte werden in flüssiger oder stückiger Form aufbereitet und thermisch haltbar gemacht, um diese insbesondere in Molkereiprodukten oder für die Eiscreme- und Backwarenindustrie weiterzuverarbeiten.
G
- Getreidewirtschaftsjahr
- Definition:
Beginnt im Juli und endet im darauffolgenden Jahr im Juni.
- Gluten
- Definition:
Gluten (von lateinisch gluten = „Leim“, Kleber, Klebereiweiß) ist ein Sammelbegriff für ein Stoffgemisch aus Proteinen, das in den Samen von Getreidearten vorkommt. Bei Wasserzugabe zum Mehl ist es das Gluten, das beim Anteigen eine gummiartige, elastische Masse bildet. Es hat für die Backeigenschaften von Mehl eine zentrale Bedeutung.
I
- IGC
- Definition:
International Grains Council: Der Internationale Getreiderat ist eine zwischenstaatliche Organisation, die sich mit dem Thema Getreidehandel befasst. Der Rat verwaltet seit 1995 auch das Getreidehandelsübereinkommen und hat seinen Sitz in London. Das IGC-Sekretariat bietet neben Verwaltungsleistungen für den Rat auch Dienstleistungen an das Food Aid Committee (Nahrungsmittelhilfe-Ausschuss) an, das im Rahmen der Food Aid Convention (Nahrungsmittelhilfe-Übereinkommen) von 1999 errichtet wurde. Viele der IGC-Informationsdienste können abonniert werden und Analysen des Rates zum Getreidemarkt finden in zahlreichen Branchen- und Marktuntersuchungen Verwendung.
- Industriezucker
- Definition:
Siehe Nicht-Quotenzucker.
- Inulin
- Definition:
Grundstoff bestehend aus Fruktose. Verwendung als Zutat in der Lebensmittelherstellung (Joghurt) zum Beispiel als Fettersatz und um den Geschmack, die Textur und das Mundgefühl zu verbessern bzw. zur Fruktoseherstellung.
- ISCC
- Definition:
International Sustainability & Carbon Certification: Das ISCC ist das weltweit erste staatlich anerkannte Zertifizierungssystem für Nachhaltigkeit und Treibhausgasemissionen, das übergreifend für alle Agrarrohstoffe angewendet werden kann. Die EU hat 2009 in der Erneuerbaren-Energien-Richtlinie (2009/28/EG) Anforderungen für die nachhaltige Produktion von Biomasse (flüssige Biomasse und Biokraftstoffe) festgelegt. Deutschland hat diese EU-Richtlinie bereits in der nationalen Gesetzgebung (in der Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung und Biomassestrom-Nachhaltigkeitsverordnung) umgesetzt. Demnach müssen Unternehmen, die eine Vergütung im Rahmen des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) oder eine Anrechnung auf die Biokraftstoffquote erreichen wollen, ab dem 1. Jänner 2011 nachweisen, dass ihre Rohstoffe gemäß der Nachhaltigkeitsverordnungen produziert wurden. ISCC setzt diese gesetzlichen Anforderungen in allen Stufen des Produktionsprozesses um.
- ISO
- Definition:
International Organisation for Standardisation: Die ISO ist die internationale Vereinigung von Normungsorganisationen und erarbeitet internationale Normen in allen Bereichen mit Ausnahme der Elektrik und der Elektronik, für die die Internationale elektrotechnische Kommission (IEC) zuständig ist, und mit Ausnahme der Telekommunikation, für die die Internationale Fernmeldeunion (ITU) zuständig ist. Gemeinsam bilden diese drei Organisationen die WSC (World Standards Cooperation).
- Isoglukose
- Definition:
Isoglukose ist ein auf Stärke basierendes, flüssiges Verzuckerungsprodukt, das bei einem Fruktosegehalt von 42 % der Süße von Zucker entspricht und daher als Zuckersubstitut verwendet wird. Der Fruktosegehalt kann durch weitere Prozessschritte auf bis zu 55 % ange hoben werden. Isoglukose wird aus Getreide, vor allem Mais, hergestellt.
K
- Kampagne
- Definition:
Verarbeitungszeitraum für agrarische Rohstoffe, die nur für einen begrenzten Zeitraum lagerfähig sind.
L
- LDCs
- Definition:
Die Liste der Least Development Countries (LDCs) umfasst die ärmsten und am wenigsten entwickelten Länder der Welt. LDCs dürfen ihre produzierten Güter mit Ausnahme von Waffen (Everything but Arms; EBA-Abkommen) ohne Mengenbegrenzung und zollfrei in die EU einführen. Für Zucker gab es bis 30. September 2009 ein Importkontingent.
M
- Maisstärke
- Definition:
Maisstärke ist aus Mais gewonnene Stärke und wird vor allem in der Nahrungsmittelverarbeitung (z. B. Pudding), aber auch in technischen Anwendungen wie z. B. in der Papierproduktion oder im Kosmetikbereich verwendet.
- Melasse
- Definition:
Sirupartiges, dunkelbraunes, süßes Nebenprodukt der Zuckerherstellung. Die Flüssigkeit enthält noch etwa 50 % Zucker, der aber nicht mehr kristallisiert werden kann. Melasse wird vorwiegend zur Herstellung von Hefen, Alkohol oder auch als Viehfutterzusatz eingesetzt.
- Mindestpreis für Zuckerrüben
- Definition:
Die EU-Zuckermarktordnung sieht einen Mindestpreis für Rüben vor. Dieser gilt für eine bestimmte Anlieferungsstufe und eine bestimmte Standardqualität. Bei abweichenden Qualitäten werden Zu- und Abschläge vorgenommen.
- Modifizierte Stärke
- Definition:
Modifizierte Stärken sind durch physikalische, enzymatische oder chemische Verfahren gewonnene Stärkeerzeugnisse, die erhöhten technischen Anforderungen gerecht werden. Wesentliche Eigenschaften bleiben nach der Modifikation erhalten. Modifizierte Stärken werden in der Lebensmittelindustrie und für technische Anwendungen eingesetzt, da sie gegenüber natürlicher Stärke bessere Hitze-, Säure- und Scherstabilität sowie ein besseres Gefrier- und Auftauverhalten aufweisen. Modifizierte Stärken als Lebensmittelzusatzstoffe müssen als solche deklariert werden, wenn sie chemisch verändert wurden, ansonsten – bei physikalischer (Hitze, Druck) oder enzymatischer Modifikation – gelten sie als Lebensmittelzutat und haben keine E-Nummer.
N
- Nassmais
- Definition:
Erntefrischer Mais wird auch als Nassmais bezeichnet.
- Native Stärke
- Definition:
Siehe Stärke.
- Nicht-Quotenzucker
- Definition:
Bezeichnet entsprechend der Zuckermarktordnung jenen Zucker, der die Produktionsquote übersteigt. Dieser kann als Industriezucker (Non-Food) zur Erzeugung von Produkten vorwiegend in der chemischen oder pharmazeutischen Industrie (Verwendung zur Erzeugung von Hefe, Zitronensäure und Vitaminen) vermarktet, in Drittländer exportiert oder ins nächste Zuckerwirtschaftsjahr übertragen werden.
P
- Präferenzimportkontingent
- Definition:
Im November 2010 hat die EU-Kommission mit Hinweis auf das hohe Weltmarktpreisniveau die Zölle auf Rohzuckerimporte aus Drittländern im Rahmen von Präferenzimportkontingenten (98 € pro Tonne) im Zeitraum 1. Dezember 2010 bis 31. August 2011 ausgesetzt.
- Präferenzzucker
- Definition:
Im Zuge der EU-Erweiterungsrunden ist die EU Verpflichtungen eingegangen, bestimmten Zucker produzierenden Ländern Zucker zu garantierten Preisen abzunehmen. Der Hauptanteil entfällt auf die LDCs und AKP-Länder.
- Prime Market
- Definition:
Untersegment des Marktsegments „equity market.at“ der Wiener Börse, in dem Wertpapiere, die zum Amtlichen Handel oder Geregelten Freiverkehr zugelassen sind und den speziellen Zusatzanforderungen für die Aufnahme in den Prime Market entsprechen, zusammengefasst sind. Der Handel dieser Wertpapiere findet über das Handelssystem Xetra statt. Als Handelsmodell steht der fortlaufende Handel (Fließhandel) mit Auktionen zur Verfügung.
- Produktionsabgabe
- Definition:
Die Produktionsabgabe auf die Zuckerquoten beträgt 12 € je Tonne und kann ab dem ZWJ 2007|08 bis zu 50 % von den Rübenbauern aufgebracht werden. Für Isoglukose beträgt sie 50 % der für Zucker geltenden Abgabe. Sie ist eine Verwaltungsabgabe an die EU.
- Produktionsquote
- Definition:
Siehe Zuckerquote.
Q
- Quote
- Definition:
Siehe Zuckerquote.
- Quotenrüben
- Definition:
Bezeichnet jene Zuckerrüben, die zur Erfüllung der Produktionsquote für Zucker benötigt werden.
- Quotenzucker
- Definition:
Jener Zucker, der im Laufe eines Zuckerwirtschaftsjahres im Rahmen der zugeteilten Produktionsquote erzeugt und vermarktet wird.
R
- Raffination
- Definition:
Der Begriff Raffination bezeichnet allgemein ein technisches Verfahren zur Reinigung, Veredelung, Trennung oder Konzentration von Rohstoffen. Bei Zucker bedeutet dies das Entfärben von braunem Rohzucker (aus Zuckerrohr oder Zuckerrübe) durch wiederholtes Umkristallisieren.
- Referenzpreis
- Definition:
Der in den Regelungen zum EU-Zuckermarkt festgelegte Referenzpreis für EU-Quotenzucker dient der Ableitung der Rübenmindestpreise und hat keine unmittelbaren Auswirkungen auf den Marktpreis, der sich aus Angebot und Nachfrage bildet.
- Restrukturierungsabgabe
- Definition:
Jährliche Zahlung der Zuckerproduzenten in der EU, bezogen auf die Produktionsquote, zur Finanzierung des EU-Restrukturierungsfonds im Rahmen der Reform des EU-Zuckermarktes (über einen Zeitraum von drei Jahren: 2006|07 bis 2008|09).
- Restrukturierungsfonds
- Definition:
Fonds, der aus der Restrukturierungsabgabe der EU-Zuckerproduzenten fi nanziert wurde. Seine Mittel wurden im Rahmen der Reform des EU-Zuckermarktes innerhalb der EU verwendet mit dem Ziel der Herstellung eines Marktgleichgewichtes in der EU durch Aufgabe von Quotenzuckerproduktion.
- Restrukturierungszahlung/-beihilfe
- Definition:
Zahlung an Zucker produzierende Unternehmen aus dem EU-Restrukturierungs fonds, die im Rahmen der Umstrukturierung freiwillig Quoten dauerhaft zurückgegeben haben.
- Rohrzucker
- Definition:
Aus Zuckerrohr gewonnener Zucker, chemisch ident mit Rübenzucker.
- Rohzucker
- Definition:
Rohzucker ist ein Halbfertigprodukt des Rohrzuckers oder auch Rübenzuckers, bei dem die Zuckerkristalle noch nicht vollständig von anhaftendem Nichtzuckerstoff befreit sind, was ihm seine braune Farbe verleiht.
S
- Saccharose
- Definition:
Saccharose, allgemein bekannt als Kristallzucker, ist ein Zweifachzucker (Disaccharid), der zur Hälfte aus Traubenzucker (Glukose) und Fruchtzucker (Fruktose) besteht. Enthalten ist Saccharose sowohl in der Zuckerrübe als auch im Zuckerrohr.
- Schlempe
- Definition:
Darunter versteht man die Rückstände einer Destillation, die Eiweiße, Fette und Mineral stoff e enthält. Schlempe wird entweder getrocknet oder in flüssigem Zustand als Dünger, in Biogasanlagen oder als Futtermittel verwendet.
- SEDEX
- Definition:
Supplier Ethical Data Exchange: SEDEX ist eine Non-Profit-Organisation für Unternehmen, die sich zur kontinuierlichen Verbesserung ihres ethisch-sozialen Verhaltens entlang ihrer Lieferketten bekennen. SEDEX ist eine Web-basierte Datenbank für Unternehmen mit dem Ziel ethische Daten von Mitgliedern zu erfassen und untereinander verfügbar zu machen und ermöglicht Unternehmen potenzielle Risiken zu analysieren und auszuwerten.
- Smoothies
- Definition:
Smoothies (vom engl. smooth = fein, geschmeidig) sind püreeartige Fruchtgetränke mit einem besonders hohen Fruchtanteil. Im Unterschied zu Fruchtsäften im herkömmlichen Sinn wird bei Smoothies die ganze Frucht bis auf Schale und Kerne verarbeitet. Smoothies basieren also nur auf dem Fruchtmark, um eine besonders cremige Konsistenz zu erzielen.
- Stärke
- Definition:
Stärke ist eine organische Verbindung und einer der wichtigsten Reservestoffe in pflanzlichen Zellen. In unseren Breiten wird Stärke hauptsächlich aus Mais, Weizen oder Kartoffeln gewonnen. Um Stärke zu gewinnen, werden die Stärke enthaltenden Pflanzenteile zerkleinert, anschließend folgt die Auswaschung der Stärke. Durch Filtrations- und Zentrifugationsschritte erfolgt die Gewinnung der Stärke. Der letzte Schritt ist schließlich deren Trocknung. Native Stärke liegt dann als weißes Pulver vor.
- Stärkemais
- Definition:
Der sogenannte Stärkemais oder auch Weichmais ist eine der ältesten Maissorten. Er eignet sich gut als direktes Nahrungsmittel, weil er sich aufgrund seines mehligen Nährgewebes besonders leicht mahlen lässt. Der Stärkemais spielt besonders als Rohstoff für die industrielle Verwertung eine wichtige Rolle.
- Substitution
- Definition:
Substitution kommt vom lateinischen Wort „substituere“, was ersetzen bedeutet.
- SuperEthanol E85
- Definition:
Ein umweltfreundlicher Kraftstoff, der aus bis zu 85 % Bioethanol und zum Rest aus Benzin besteht. Bioethanol wird aus zucker- und stärkehältigen Rohstoffen (wie etwa Weizen, Mais, Triticale sowie Zuckerrübendicksaft) gewonnen. Um E85 als Kraftstoff für PKWs verwenden zu können, benötigt man sogenannte FFVs (siehe Flexible Fuel Vehicles).
T
- Tritikale
- Definition:
Die Getreidesorte Triticale ist eine Kreuzung aus Weizen und Roggen und verbindet daher, sowohl im Bezug auf Geschmack als auch auf die Inhaltsstoffe, Eigenschaften dieser beiden Sorten. Triticale wird aufgrund des höheren Stärkegehalts auch als Energiegetreide zur Bioethanolproduktion genutzt.
U
- UBA
- Definition:
Umweltbundesamt: Das österreichische Umweltbundesamt wurde 1985 gegründet. Drei Jahre später kam es durch die Neufassung des Gesetzes auch zu einer Neudefinition der Kernaufgaben. 1999 erhielt das UBA die Rechtsform einer GmbH. Als solche befindet sie sich im 100%-Eigentum der Republik Österreich, vertreten durch das Lebensministerium. Das UBA ist die führende Experteneinrichtung für alle Umweltthemen und -medien.
V
- VÖNIX
- Definition:
VBV-Österreichischer Nachhaltigkeitsindex: Der VÖNIX ist ein Aktienindex, bestehend aus jenen börsenotierten österreichischen Unternehmen, die hinsichtlich sozialer und ökologischer Leistung führend sind. Träger des VÖNIX ist die VBV-Pensionskasse AG bzw. die VINIS GmbH, beide Wien, verantwortlich für die Nachhaltigkeitsanalyse ist die Mag. Friesenbichler Unternehmensberatung, die tägliche Berechnung erfolgt durch die Wiener Börse AG.
W
- Wachsmais
- Definition:
Wachsmais zeichnet sich durch Stärkekörner mit einem hohen Gehalt an Amylopektin aus. Amylopektin macht mit 70 bis 80 % den Hauptbestandteil der natürlichen pflanzlichen Stärke aus, wie etwa bei Mais- oder auch Kartoffelstärke, und findet in der Lebensmitteltechnologie vor allem als Stabilisator und Verdickungsmittel Verwendung. Wie Stärkemais spielt auch Wachsmais eine wichtige Rolle als Rohstofflieferant für die industrielle Verwertung.
- Weißzucker
- Definition:
Als Weißzucker wird üblicher Haushaltszucker bezeichnet, der durch Kristallisation und Zentrifugieren gewonnen wird.
- Westbalkan-Abkommen
- Definition:
Seit dem Herbst 2000 dürfen die aus dem ehemaligen Jugoslawien entstandenen Staaten unter anderem Zucker in begrenzten Mengen zollfrei in die EU einführen. Entsprechende Freihandelsabkommen hat die EU inzwischen mit Kroatien und Serbien geschlossen.
- WHO
- Definition:
World Health Organisation: Die Weltgesundheitsorganisation ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit Sitz in Genf|Schweiz. Sie wurde am 7. April 1948 gegründet und zählt 193 Mitgliedsstaaten. Sie ist die Koordinationsbehörde der Vereinten Nationen für das internationale öffentliche Gesundheitswesen.
- Wirtschaftsjahr
- Definition:
Siehe Zuckerwirtschaftsjahr, Getreidewirtschaftsjahr.
- WTO
- Definition:
Welthandelsorganisation (World Trade Organization) mit Sitz in Genf, in der 150 Mitgliedsstaaten die Liberalisierung des Welthandels verhandeln.
Z
- ZMO
- Definition:
Siehe Zuckermarktordnung.
- Zölle
- Definition:
Diese dienen dem Schutz heimischer Produkte vor Billigimporten aus Drittländern (Außenschutz). Der Basiszoll für Zucker ist ein Fixbetrag. Zusätzlich wird bei Einfuhren von Zucker im Rahmen der Schutzklausel der so genannte Zusatzzoll als variabler Zollsatz erhoben.
- Zucker
- Definition:
Zucker wird in Europa aus der Zuckerrübe gewonnen. In subtropischen und tropischen Regionen der Erde ist Zuckerrohr Hauptquelle für die Zuckerproduktion. Unter „Zucker“ wird meistens Haushaltszucker, also Saccharose verstanden, neben dieser gibt es aber auch noch eine Reihe anderer Zuckerarten, wie z. B. Traubenzucker, Fruchtzucker oder Milchzucker. Sie alle zählen zur Nährstoffgruppe der Kohlenhydrate.
- Zuckerextraktion
- Definition:
Als Extraktion wird jener Prozess bezeichnet, bei dem Zucker aus den Rübenschnitzeln mithilfe von heißem Wasser herausgelöst wird. Endprodukt dieser Extraktion ist Rohsaft, der rund 98 % des in der Rübe enthaltenen Zuckers enthält.
- Zuckergewinnung
- Definition:
Bei der Zuckergewinnung aus der Zuckerrübe wird aus Rübenschnitzeln Rohsaft gewonnen, der in mehreren Schritten gereinigt und schließlich so lange eingedickt wird, bis daraus Zucker kristallisiert. Durch mehrmaliges Umkristallisieren wird der Zucker gereinigt, sodass man reine, weiße Kristalle erhält. Diese Kristalle haben einen Saccharosegehalt von annähernd 100 %. Damit ist Zucker also ein hochreines Lebensmittel und beinahe unbegrenzt haltbar.
- Zuckermarktordnung (ZMO)
- Definition:
Das seit 1968 bestehende EU-Regelwerk aus Quoten und Zöllen dient der gemeinsamen Marktorganisation für Zucker und der Sicherung einer heimischen Zuckerproduktion.
- Zuckerquote
- Definition:
Im Rahmen der Europäischen Zuckermarktordnung ist für jeden Zucker produzieren den EU-Mitgliedsstaat eine Produktionsmenge für Zucker und Isoglukose festgelegt. Diese Menge ist wiederum auf die produzierenden Unternehmen heruntergebrochen und als Produktionsquote fixiert. Damit wird die Produktion beschränkt und Überschüsse werden minimiert.
- Zuckerrübe
- Definition:
Die Zuckerrübe ist eine landwirtschaftliche Kulturpflanze, die fast ausschließlich der Herstellung von Rübenzucker dient. Die Zuckerrübe besteht aus dem Rübenkopf und dem Wurzelkörper. Im Wurzelkörper ist Saccharose gespeichert, welche in der Zuckerfabrik gewonnen wird.
- Zuckerrübendicksaft
- Definition:
Ein auf rund 70 bis 75 % Trockensubstanz eingedickter, gereinigter Zuckersaft, der eine braune Färbung sowie eine zähe Konsistenz aufweist. Dicksaft entsteht am Ende der Verdampfstation, bevor die eigentliche Kristallisation des Zuckers in den Kochapparaten im Zuckerhaus folgt.
- Zuckerwirtschaftsjahr (ZWJ)
- Definition:
Das Zuckerwirtschaftsjahr der Europäischen Union beginnt jeweils am 1. Oktober und endet am 30. September des darauffolgenden Jahres. Dieser Bezugszeitraum gilt für alle Regelungen zum EU-Zuckermarkt.
